Nur für Mädchen

EISHOCKEY ⋅ Beim Finalturnier des Swiss Women’s Hockey Cup in Kreuzlingen gehörte der Sonntagmorgen den jungen Damen. 47 lizenzierte Spielerinnen aus der ganzen Schweiz liessen sich von Nati-Coaches Tips geben und Tricks auf dem Eis zeigen.
06. Februar 2017, 06:35
Daniela Ebinger

Daniela Ebinger

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Am Sonntag gehörte das Eis nur den Mädchen. Und deswegen gab es ein grosses Gewusel auf dem Aussenfeld der Bodensee-Arena. Fast fünfzig Mädchen im Alter von vier bis vierzehn waren als Eishockeyspielerinnen dabei. Und fleissig sausten sie dem Puck hinterher, lotsten ihn zwischen Hindernissen durch und passten ihn einander gekonnt zu.

«Das war mega cool, und jetzt kann ich das Stickhandling viel besser», meinte Alisha Wick aus St. Gallen. Sie könne nun den Puck geschickter mit ihrem Stock führen, heisst das. Sie spielt seit neun Jahren Eishockey. Das erste Mal nahm sie ihr Vater mit zum Schlittschuhlaufen. «Das hat mir so gut gefallen, dass ich immer wieder hin wollte», sagt die 13-Jährige.

Alisha nahm mit ihrer besten Freundin Angelina Hurschler teil. Sie trainieren beide drei- bis viermal in der Woche und wollen unbedingt den Sprung in die Damen-Nationalmannschaft schaffen. Sie meinen sich auf einem guten Weg dorthin. «Wir geben alles», sagt Angelina aus dem Rheintal.

Einmal nur unter Mädchen zu trainieren, fand Olivia Despont sehr angenehm. Das Mädchen aus dem freiburgischen Romont sieht das Training zusammen mit den Jungs manchmal als grosse Herausforderung. Trainings nur für Mädchen gebe es im Alltag praktisch nicht. «Viele Jungs müssen erst noch lernen, dass wir auch auf dem Eis Mädchen sind», sagt die 11-Jährige. Ihr Bruder spiele auch Eishockey – die Mutter schickte sie vor sechs Jahren erstmals aufs Eis. Der Mannschaftssport gefalle ihr sehr gut. Am liebsten schiesse sie Goals.

Einen Pass geben lernte die kleine Sophie Restle. «Ich lerne aber zu Hause im Club auch sehr viel», sagt die 6-Jährige aus Glattfelden. Eine Freundin habe sie zum Zuschauen das erste Mal mitgenommen. «Ich durfte es ausprobieren, und seitdem gefällt mir dieser Sport», sagt sie und saust wie ein Profi wieder davon.

Wie lange Laila Wunderlin schon Eishockey spielt, weiss sie nicht so genau. Ihr Vater war Trainer in der Eishockeyschule Zug. «Ich wollte die Sportart ausprobieren», sagt die 9-Jährige. Nun trainiert sie jede Woche zwei- bis dreimal. «Ich will unbedingt bei der Frauen-Nationalmannschaft mitspielen, und dafür würde ich auch noch mehr trainieren.» Wenn sie nicht auf dem Eis stehe, spiele sie zu Hause am liebsten Unihockey. Sie fühlt sich einfach wohl mit einem Schläger in der Hand.

Für Daniela Diaz ist das Zukunftsmusik des Frauenhockeys. «Mit solchen Anlässen bringen wir diesen Sport weiter», sagt die Cheftrainerin der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Sie erachtet ein Training nur für Mädchen als sehr wertvoll und freut sich über die grosse Teilnehmerzahl in Kreuzlingen. «Es ist schön, zu sehen, wie viel Freude die Mädchen haben, und sie können voneinander auch viel profitieren», sagt die Nationaltrainerin.


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