Digitale Schul-Champs

KREUZLINGEN ⋅ Bei der Schweizer Informatik-Olympiade schnitten drei Schüler der Kantonsschule hervorragend ab. Sie dürfen nun an einem Camp in Davos teilnehmen und haben die Chance für den internationalen Final in Iran.

26. Januar 2017, 07:11
Urs Brüschweiler
«Es ist ein Privileg, diese Jugendlichen unterrichten zu dürfen. Sie sind immer motiviert.» In dieser glücklichen Situation befindet sich Bernhard Brunner. Er ist Klassenlehrer des ersten Jahrgangs der sogenannten «Mint»-Klasse an der Kantonsschule in Kreuzlingen. «Mint» steht für die Schwerpunkte Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik und die Klasse ist ein Versuchsprojekt, das im Sommer 2014 startete. In ihrem dritten Jahr nehmen die Schüler an der Schweizer Informatik-Olympiade teil, wo sie sich mit andern Gymnasiasten aus der ganzen Schweiz im Programmieren messen. «Wir mussten mit C++ ein Programm schreiben und damit eine Testdatei verarbeiten, das Resultat und den Code danach sofort hochladen», erzählt Nicola Uetz aus Kesswil von einer der bisher sechs Aufgaben. Spass am Online-Wettbewerb hatten die Schüler sowieso, drei von ihnen waren überdies noch erfolgreich und kamen unter die landesweit 25 Besten. Neben Nicola Uetz auch Christian Geyer aus Kreuzlingen und Céline Bornhauser aus Weinfelden. «Sie sind jetzt sozusagen in der Informatik-Nationalmannschaft», sagt Bernhard Brunner nicht ohne Stolz.

Das nächste Ziel sind die Top 4
Alle drei erzählen begeistert von dem Wettbewerb. Die Informatik-Cracks bereiten sich mit ihrem Coach Bernhard Brunner nun bereits vor für die zweite Runde der Informatik-Olympiade. Die Teilnahme an einem Trainingscamp in Davos ist ihnen bereits sicher. Und wenn sie sich am Ende unter den Top 4 der Schweiz klassieren, dürfen sie im Sommer sogar nach Iran fliegen. Zur 29. internationalen Informatik-Olympiade in Teheran.

Kanti-Rektor Arno Germann freut sich mit, wenn der Versuch mit der «Mint-Klasse» bereits erste sichtbare Früchte trägt. «Klar ist das ein Vorzeigeprojekt für uns. Es hat auch eine schweizweite Ausstrahlung bei den Mittelschulen.» 2018 wird die erste Mint-Klasse mit der Matura abschliessen. Für fünf Jahre ist der Versuch vom Regierungsrat bisher bewilligt. Es sieht derzeit gut aus, dass das Konzept mit einem höheren Gewicht auf naturwissenschaftlichen und technischen Fächern danach definitiv eingeführt wird. Germann betont aber, dass die Kanti Kreuzlingen dadurch nicht zum technischen Gymnasium werde, sondern weiterhin auch auf andere Schwerpunkte Wert legt. Nicola, Céline und Christian auf jeden Fall fühlen sich mit ihren Talenten in der «Mint-Klasse» gut aufgehoben. Sie können sich hier fit machen für ihre berufliche Zukunft in einer digitalen Welt.

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