Die Hits verhallten ungehört

KREUZLINGEN ⋅ Die Elektropopper von M.I.N.E lockten nur wenige Zuschauer in den Dreispitz. Trotz der erfolgreichen Bandgeschichte und einer aufwendigen Show kamen nur wenige Fans.

30. Januar 2017, 07:13
BARBARA HETTICH
Mit Ausnahme des fehlenden Publikums hat alles gepasst: Auf der Bühne des Dreispitz steht Marcus Meyn, Frontsänger der deutschen Band M.I.N.E. Er singt mit kraftvoller Stimme zum vollen Sound, den seine zwei Bandkollegen aus Schlagzeug, Guitar und Synthis hervorholen. Die Show ist nahezu perfekt, die Musiker wissen, wie sie sich auf der Bühne zu präsentieren haben – die mittlerweile gestandenen Männer sind mit ihrem Elektropop schon seit Jahrzehnten erfolgreich unterwegs.

Grosse Hits in den 1980er-Jahren
Als Camouflage haben sie es erstmals mit «The Great Commandment» 1988 in die deutschen und sogar amerikanischen Charts geschafft, zwar nicht auf einen der vorderen Ränge, dafür waren sie bei der Billboard Dance Music – bei den Club-Play-Singles – auf Platz 1. Seinen letzten grossen Erfolg feierte Camouflage 2015 mit dem Studioalbum «Greyscale» und der Singleauskoppelung «Shine». Seit 2016 gibt es nun die  Nachfolgeband M.I.N.E Eine Band, deren Namen noch nicht ganz allen geläufig sein dürfte. Am vergangenen Freitag gab sie ihr erstes Konzert in der Schweiz vor enttäuschend wenig Publikum.

Etwas verloren tanzten rund 50 Personen vor der Bühne im grossen Dreispitz-Saal. Man gab sich alle Mühe, aber so richtig Stimmung wollte nicht aufkommen. Auch die an einer Hand abzuzählenden VIP-Gäste wollten nicht alleine auf dem Balkon feiern und mischten sich unter das Fussvolk. Für den Veranstalter Adrian Giger, Beizer des «T.O.M. Temple of Music» an der Konstanzerstrasse und Präsident des Dart-Clubs Kreuzlingen, war dieser Abend ein Desaster: «Kreuzlingen ist, was musikalische Veranstaltungen und Konzerte anbelangt, nicht die erste Stadt der Schweiz, sondern die letzte», sagt er enttäuscht.

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