Ausverkauf im Altersheim

KREUZLINGEN ⋅ Während des bevorstehenden Umbaus wird es den Flohmarkt im Alterszentrum nicht mehr geben. Deshalb gab es am Samstag alles zum halben Preis. Das lockte nochmals viele wehmütige Schnäppchenjäger an.
06. Februar 2017, 07:10
Barbara Hettich

Barbara Hettich

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Es ist schon eine Weile her: 1975 wurde die Alterssiedlung und 1976 das Alters- und Pflegeheim in Kreuzlingen eröffnet. Und seither gibt es auch den Flohmarkt im Alterszentrum. Verkauft wird hier einmal im Monat alles, was die Pensionäre aus Platzgründen nicht ins Alterszentrum mitnehmen können. «In den besten Zeiten haben wir an diesen Samstagen über vier Tonnen Material abgesetzt und 4000 Franken umgesetzt», erzählt Georg Strasser, seit 25 Jahren freiwilliger Flohmarkt-Helfer.

Für jeden Radiosender ein separates Gerät

Die Einnahmen kommen vollumfänglich der Genossenschaft Alterszentrum respektive den Bewohnern zugute. Doch mit dieser Einnahmequelle ist nun Schluss. Im März beginnen die Sanierungsarbeiten des Hauptgebäudes des Alterszentrums. «Es ist schade, dass es während der Bauzeit in den kommenden zwei Jahren keinen Flohmarkt mehr geben kann», bedauert Genossenschaftspräsident Carl Ruch. Denn auch der Keller müsse geräumt werden, da neue Lüftungsrohre eingezogen würden. Andererseits sei es erfreulich, dass der Baubeginn endlich vor der Tür steht. Die 60 Zimmer im Hauptgebäude stehen nämlich bereits seit rund einem Jahr leer, die Bauarbeiten hatten sich aufgrund einer Einsprache der Denkmalpflege um ein Jahr verzögert (unsere Zeitung berichtete).

Beim letzten Flohmarkt am Samstag war denn auch die Devise: Alles muss raus. Die «Gratis-Kisten» am Keller-Eingang waren bald leer, und zwischenzeitlich gab es kaum mehr ein Durchkommen, so gross war der Besucheraufmarsch. «Ich bin immer gerne zu diesem Flohmarkt gekommen», erzählt Konrad Minck aus Konstanz. In seiner Küche stünden alte Radios vom Alterszentrum-Flohmarkt – einen für jeden Sender. Auch Eugenia de Paz aus Kreuzlingen ist traurig. Sie werde den Flohmarkt vermissen, sie sei immer sehr gerne gekommen, weil jeder zum Verkauf stehende Gegenstand seine eigene Geschichte erzähle.

Raum für den Büchertausch gesucht

Ob es nach den Sanierungen wieder einen Flohmarkt geben wird? «Wir hoffen es», sagt Georg Strasser. «Schön wäre, wenn es auch während der Bauzeit mit den Büchern weitergehen könnte.» Vielleicht finde sich in einem anderen Raum ein Plätzchen für eine kleine Hol-und-Bring-­Bücherecke.


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