Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 27. Juni 2012, 09:36 Uhr

Strafbefehl gegen ehemaligen Aadorfer Pfarrer

Zoom

An der katholischen Kirche in Aadorf gibt es derzeit Bauarbeiten. (Bild: Mario Testa)

FRAUENFELD. Die Staatsanwaltschaft Frauenfeld hat gegen den ehemaligen katholischen Pfarrer von Aadorf in einem Teilverfahren einen Strafbefehl wegen sexueller Handlungen mit Kindern erlassen. Der Mann muss 80 Tagessätze à 50 Franken bezahlen.

Daniel Walt

Die Wogen gingen hoch im thurgauischen Aadorf, als im März 2010 bekannt wurde, dass der katholischen Pfarrer der Gemeinde in ein Verfahren verwickelt war. Der Gottesmann wurde im Zusammenhang mit Vorwürfen, er habe sich an Minderjährigen vergangen, sogar vorübergehend in Haft genommen. Zudem dispensierte ihn Bischof Kurt Koch umgehend von allen Verpflichtungen und Verantwortungen. Nun hat die umfangreiche Untersuchung der Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es in der Zeit von 1999 bis 2010 zwischen dem Beschuldigten und mehreren Jugendlichen zu körperlichen Kontakten gekommen ist.

«Betroffen waren rund ein Dutzend Jugendliche», sagt Staatsanwalt Jonas Bruderer. Die Polizei habe im Rahmen der Ermittlungen diese im Auftrag der Staatsanwaltschaft befragt. Der ehemalige Pfarrer habe von Beginn an zugegeben, dass es zu «Berührungen» mit den Minderjährigen gekommen sei.

Mehrere Teilverfahren eingestellt
Die Berührungen durch den heute 42-jährigen Schweizer hätten in einem Fall die Grenze zur Strafbarkeit überschritten, so der Thurgauer Staatsanwalt. Diesbezüglich wurde ein Strafbefehl wegen sexueller Handlungen mit Kindern erlassen. Bruderer: «Solche Berührungen können die Opfer ganz unterschiedlich beeinträchtigen. Im konkreten Fall waren diese im untersten Bereich auf der breiten Skala der strafbaren sexuellen Handlungen angesiedelt.» Der ehemalige Pfarrer wurde mit 80 Tagessätzen zu 50 Franken bestraft. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. «Der Mann hat jetzt zehn Tage Zeit, um gegen den Strafbefehl Einsprache zu erheben», sagt der Staatsanwalt. Hingegen wurden mehrere Teilverfahren mit Einstellungsverfügungen erledigt - auch diese sind noch nicht rechtskräftig.

Von Fussmassagen die Rede
Im Lauf der Ermittlungen hatte der «Blick» unter anderem von Fussmassagen berichtet, die sich der Pfarrer von Buben habe machen lassen. Auch er habe die Füsse der Buben massiert und diese dafür auch bezahlt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ehemalige Religonsschülerinnen und -schüler des Pfarrers. Der Mann war im Frühling 2010 nach rund einem Monat aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Vorwürfe gegen ihn hatten sich in der Zwischenzeit erhärtet. Die Strafverfolgungsbehörden schlossen zum damaligen Zeitpunkt Vergewaltigung oder Nötigung aus, zudem sei auch kein starker körperlicher oder seelischer Zwang auf die Opfer ausgeübt worden. Per Ende Juni demissionierte der Pfarrer dann.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
1 Beitrag
ith.eduard (27. Juni 2012, 15:53)
Opfer der schwarzen Päderasten

Wie sprach Bruder Barnabas weise in seiner Fastenpredigt auf dem Nockherberg im Jahre 2010?

«Oh Schifflein Petrie, von wie vielen Nieten wirst du zusammen gehalten?»

Beitrag kommentieren

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder