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Tagblatt Online, 7. August 2012, 07:58 Uhr

Positive Bilanz des Thurgauer Auftritts

DEUTSCHLAND Zoom

Eine Balletteinlage durfte beim Thurgauer Auftritt nicht fehlen. (Bild: Mario Gaccioli)

FRAUENFELD. Der Auftritt des Thurgaus in Frankfurt am Main war eine Gelegenheit zur Kontakt- und Beziehungspflege sowie zur Schaffung von Sympathie. Ein unmittelbarer Ertrag in Form von Ansiedlungen von Firmen ist nicht zu erwarten, da dieser Prozess längere Zeit braucht.

MARTIN KNOEPFEL

Was bringen Präsentationen wie der Auftritt des Thurgaus am Sommerfest des Schweizer Generalkonsulats in Frankfurt? Der Kreuzlinger Unternehmer Christian Neuweiler ist Präsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau. Er attestiert dem Kanton, dieser habe einen guten Auftritt mit einem vernünftigen Aufwand organisiert. Regierungspräsidentin Monika Knill habe eine sehr gute Ansprache gehalten.

Für Neuweiler ist es jedes Mal eine Chance, wenn der Kanton sich im Ausland präsentieren kann. Er habe zudem viele interessante Gespräche führen können, beispielsweise zur Frage der Abgeltungssteuer oder zur Zukunft des Euro. Viele deutsche Gesprächspartner seien erstaunt gewesen, dass die Schweiz den Franken an den Euro angebunden habe. Sie hätten nicht realisiert, wie schlimm die Folgen gewesen wären, wenn dieser Schritt ausgeblieben wäre, sagte Neuweiler.

Sympathie schaffen

Solche Präsentationen hätten positive Effekte, und sei es auch nur, indem man mit relativ bescheidenen Mitteln Sympathie für die Schweiz in Deutschland schaffe. Das könne nie schaden. Davon ist Pius Bucher überzeugt. Der Anlass sei kein Seminar zur Standortförderung, sagt der Schweizer Generalkonsul in Frankfurt am Main. Unter den Gästen waren gemäss Bucher neben Persönlichkeiten aus der Kultur, der Politik und dem konsularischem Korps viele Mitglieder der Industrie- und Handelskammern der Region. In den Industrie- und Handelskammern findet man vor allem die mittleren und grossen Firmen. Das Sommerfest findet alljährlich zum Bundesfeiertag statt, aber nicht zwingend am 1. August.

Gespräch mit Staatssekretär

Die Beziehungen auf Regierungsebene stünden an oberster Stelle bei den Präsentationen. Das sagte Wirtschaftsförderer Andreas Balg unserer Zeitung. Eine Delegation des Regierungsrats hatte vor dem Sommerfest eine gut einstündige Unterredung mit dem Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst geführt. Das kann man einer Mitteilung des kantonalen Informationsdiensts entnehmen.

Nur mit Blick auf die Akquisition von Firmen wäre er nicht nach Frankfurt gereist, sagte Balg. Anlässe wie das Sommerfest bildeten eine zusätzliche Gelegenheit, Beziehungen zu pflegen. Vom ersten Kontakt bis zur Ansiedlung einer Firma im Thurgau brauche es oft mehrere Jahre.

Ist Frankfurt als Destination für eine solche Präsentation überhaupt sinnvoll? Die Stadt ist ja einer der wichtigsten Finanzplätze Europas, doch ist anzunehmen, dass Firmen aus der Finanzbranche nach Zürich statt in den Thurgau kommen, wenn sie sich in der Deutschschweiz niederlassen. Die Wirtschaftsförderung peile nicht speziell die Finanzbranche an, sagte Balg. Der Grossraum Frankfurt sei viel mehr als nur ein Finanzplatz. Man finde in der Region Grossbetriebe aus den verschiedensten Branchen.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
deich (07. August 2012, 08:24)
Most

Der biedere Thurgau passt nun wirklich wenig zu Frankfurt am Main. Es ist daher zu fragen, was der Kanton in der Stadt des Geldes und der beeindruckenden Skyline da eigentlich will. Einerseits steht da das Reizwort über "Deutsche" der Rechtsaussen Rickli im Raum, andererseits steht man zuhause der Zersiedlung der Landschaft zunehmend skeptisch gegenüber, welche durch immer weitere Ansiedlungen selbstredend verstärkt würde. Bleibt also - neben dem "Most" - nur die Referenz der "besonderen Steuerveranlagung" für Private und Gesellschaften. Das aber dürfte auch am Main schon lange bekannt sein und wird auch in den Finanzzentren zwischen Kreuzlingen und Genf fleissig benutzt. Da bleiben dann nur noch die letzten "Filetgrundstücke" für Privatleute überm Untersee zum Verteilen an die ausländische Kundschaft. Steuergünstig geht es da allemal her, wie man weiss.

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