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Tagblatt Online, 6. August 2012, 07:08 Uhr

Immer mehr Defibrillatoren im Thurgau

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Das AED-Gerät alleine ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass viele Personen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen können. (Bild: pd)

Tausende Menschen erleiden in der Schweiz jährlich einen Herzstillstand. Ein Defibrillator kann Leben retten – wenn er sofort verfügbar ist. Im Thurgau gibt es derzeit rund 200 Standorte, pro Jahr kommen 20 bis 30 Geräte dazu.

BRENDA ZUCKSCHWERDT

FRAUENFELD. «Plötzlicher Herztod» nennt man den Herz-Kreislauf-Stillstand, der meist durch einen Herzinfarkt ausgelöst wird. Mehr als 8000 Menschen sterben in der Schweiz jedes Jahr daran. Denn oft verstreicht zu viel Zeit, bis fachmännische Hilfe kommt. Innert drei bis fünf Minuten müsste eine Wiederbelebung durchgeführt werden, sagen Fachleute. Mit jeder weiteren verlorenen Minute sinkt die Chance, ohne wesentlichen Hirnschaden zu überleben, um sieben bis zehn Prozent. Neben der Herzmassage helfen sogenannte automatische externe Defibrillatoren (AED), einen Menschen wiederzubeleben.

Oft im privaten Umfeld

Seit einiger Zeit führt die Kantonspolizei Thurgau in ihren Patrouillenfahrzeugen solche Defibrillatoren mit. Die Geräte werden aber zunehmend auch im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt. Im Kanton Thurgau setzen sich unter anderem die Notrufzentrale, das Kompetenzzentrum AED des Kantonsspitals Frauenfeld sowie der Förderverein Frühdefibrillation aed24 mit Sitz in Wil für mehr Defibrillatoren im öffentlichen Raum ein.

Empfehlenswert sei ein AED an stark frequentierten Plätzen, aber auch in Wohngebieten, sagt Markus Hebeisen, Präsident des Fördervereins Frühdefibrillation. «Denn 70 Prozent aller Fälle geschehen im privaten Umfeld.» Oft sind es Gemeinden, Firmen oder Organisationen wie Feuerwehr und Samariter, die sich für die Anschaffung eines AED aussprechen und das Gerät auch finanzieren. Manche Defibrillatoren sind rund um die Uhr zugänglich, auf andere kann nur während der Öffnungszeiten eines Geschäftes zugegriffen werden.

Nicht alle Standorte registriert

Im Kanton Thurgau seien bis jetzt rund 200 Standorte von Defibrillatoren gemeldet worden, sagt Harry Huber, Koordinator des Rettungswesens Kanton Thurgau. «Wir vermuten allerdings, dass sehr viele Geräte angeschafft wurden, von denen wir kein Wissen haben.» Denn eine Meldepflicht gibt es nicht. Für weitere Standorte im Thurgau sieht er noch ein gewisses Potenzial – «die Entwicklung ist aber positiv und die Bevölkerung ist zunehmend auf diese Thematik sensibilisiert». Entscheidend für eine erfolgreiche Wiederbelebung sei aber nicht nur das AED-Geräte allein, so Huber. «Wichtig ist, dass möglichst viele Personen eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen können und wissen, wie ein AED-Gerät richtig eingesetzt wird.»



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