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Tagblatt Online, 10. August 2012, 07:02 Uhr

Bischofszell: Frau Vize-Stadtammann kündigt «eine Überraschung» an

Josef Mattle Zoom

Stadtammann Josef Mattle: «Die Überweisung verlief korrekt.» (Bild: Nana do Carmo)

Gegen Stadtammann Mattle liegt eine Strafanzeige vor. Finanzverwalter Julius Schulthess bleibt suspendiert und verteidigt sich. Der Stadtrat zeigt Einigkeit.

IDA SANDL/URS BÄNZIGER

BISCHOFSZELL. Zwei heikle Themen hatten die Bischofszeller Stadträte am Mittwochabend auf ihrer Traktandenliste: Die Suspendierung des Finanzverwalters, der Stadtammann Josef Mattle wegen Verdachts auf Veruntreuung angezeigt hat. Dann die Überweisung von 50 000 Franken plus Mehrwertsteuer aus der Stadtkasse an die Firma IMG, welche die Tour de Suisse ausrichtet.

Was beschlossen wurde, soll die Öffentlichkeit Ende dieser oder Anfang nächster Woche erfahren. Dann will der Stadtrat ein Communiqué versenden. «Zuerst müssen aber noch ein paar Dinge geklärt werden», sagt Frau Vize-Stadtammann Helen Jordi. Bis dahin wird es weiterhin spannend bleiben. Denn Helen Jordi sagt wörtlich: «Ganz sicher wird es eine Überraschung geben.» Die Sitzung des Stadtrates sei in einem guten Klima verlaufen. «Wir haben immer konstruktive Stadtratssitzungen in Bischofszell.»

Klare Beschlüsse

Darüber, wie lange Finanzverwalter Julius Schulthess noch suspendiert bleibt, will Helen Jordi keine Auskunft geben. Stadtammann Josef Mattle ist gesprächiger, er sagt: «Die Suspendierung bleibt.» An der Stadtratssitzung seien klare Beschlüsse gefallen. Der Stadtrat habe bestätigt, dass alles absolut transparent, korrekt und auf rechtlicher Grundlage abgelaufen sei. «So habe ich es jedenfalls empfunden», sagt Mattle. Er könne aber nicht für den Gesamt-Stadtrat sprechen, da dieser sich erst in einer Pressemitteilung äussern wolle. Die 50000 Franken plus Mehrwertsteuer seien von einem Konto der Stadt an die Firma IMG überwiesen worden, weil zugesicherte Sponsorengelder für die Tour de Suisse noch nicht eingetroffen gewesen seien. Es habe etwa 20 Tage gedauert, dann sei der Betrag auf dem Konto der Stadt wieder ausgeglichen gewesen.

Finanzverwalter Julius Schulthess glaubt nicht, dass er bald wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren wird. «Und wenn, dann muss sich im Rathaus einiges verändern.» Das Verhältnis zwischen ihm und Josef Mattle sei schon vor der Strafanzeige nicht gut gewesen, sagt Schulthess. Seit letztem Montag ist er suspendiert, zuvor hatte er drei Wochen Ferien. Ein externer Vermittler habe am Montag versucht, zwischen ihm und Mattle zu schlichten. «Aber unser Verhältnis ist zu sehr zerrüttet.» Daraufhin sei er vom Vermittler suspendiert worden, der vermutlich im Auftrag des Stadtrates gehandelt habe.

Nach Anzeige zurückbezahlt

Es stimme, dass der Stadt das überwiesene Geld wieder zurückbezahlt worden sei, sagt der Bischofszeller Finanzverwalter. «Aber erst, nachdem ich Ende Juni Strafanzeige gegen Josef Mattle erstattet habe.» Wer das Geld zurückbezahlt habe, könne er aufgrund des Belegs nicht sagen. «Die Überweisung kam von einer Bank, mehr weiss ich nicht.»

Die Überweisung an die Firma IMG sei Ende Mai/Anfang Juni erfolgt. Mattle habe eine Mitarbeiterin damit beauftragt. «Ich war damals zwei Tage krank.»



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