Alle lieben Monika

WHO IS WHO ⋅ Die TZ kürt die hundert Persönlichkeiten 2017: Josef Knill ist stolz auf seine «Thurgauerin des Jahres». Roger Koch verteilt grosszügig Heimat-Zigaretten. Hausi Leutenegger hat wenig Zeit, und Lina Button geniesst es, nur Zuhörerin zu sein.
02. Dezember 2017, 07:15
Ida Sandl

Ida Sandl

ida.sandl@thurgauerzeitung.ch

Er kam mit Freundin und in Uniform: SRF-Moderator Julian Thorner, der sich diesen Sommer medienwirksam durch die Schweiz gegolft hat. Gerade absolviert er einen WK, deshalb das Militär-Outfit beim Who-is-who-Abend der Thurgauer Zeitung. Damit fiel er auf unter den rund hundert Gästen im Weinfelder Traubensaal.
 

Der Vater musste in den Ausstand

Uniformen seien eigentlich sexy, nur der Schnitt müsste besser sein, kommentierte Stil-Kritiker Jeroen van Rooijen. Er selbst ist im hellbraunen Sakko erschienen. Sein Rat: «Die Ärmel kürzer und an der Taille etwas enger.» Bei Björn Koch sass der Anzug tadellos, muss er auch. Der Gründer des Labels «Fasan» vertreibt Massanzüge. Bruder Roger trug zwar noch keinen massgeschneiderten Zwirn, hat aber bereits bestellt. Er verteilte grosszügig seine «Heimat»-Zigaretten. Vater Bernhard Koch gehört der Who-is-who-Jury an, trat bei der Wahl seiner Söhne selbstverständlich in den Ausstand.

  • Dani und Daniela Kern mit Margrith und Werner Dickenmann.
  • David Angst gratuliert Monik Knill und überreicht ihr die Auszeichnung.
  • Thomas Götz alias Sabine Schnyder unterhielt die Anwesenden bestens.

100 Thurgauer Persönlichkeiten in den Kategorien Genuss, Kultur, Medien, Newcomer, Originale, People, Politik, Sport, Wirtschaft und Wissen wurden von einer Jury ausgewählt und in Weinfelden geehrt. (Bilder: Reto Martin)

Dass es eine ganze Familie unter die 100 Persönlichkeiten des Jahres schafft, ist ungewöhnlich. Ausser, man heisst Hasen und alle helfen im Betrieb mit. Thérès und Martin Hasen von der Egnacher «Seelust» kamen mit Tochter, Söhnen und deren Angetrauten. Sie genossen es, einmal selber Gast zu sein.

Zum sechsten Mal gibt die TZ das Who is who heraus und Orientierungsläufer Daniel Hubmann ist jedes Mal dabei. Bruder Martin folgt ihm dicht auf den Fersen, er schaffte es viermal ins Heft. Konkurrenz? Daniel Hubmann schüttelt den Kopf. «Wenn man eine Meisterschaft läuft, will man siegen, und denkt nicht, wer ist hinter mir.»

Sportlich ist auch die Thurgauerin des Jahres: Regierungsrätin Monika Knill. Vielleicht hat das ihren politischen Kampfgeist gestärkt. Sie hat das Frühfranzösisch in letzter Minute gerettet. Nicht nur dafür bekam sie von TZ-Chefredaktor David Angst die Auszeichnung überreicht. Ehemann Josef Knill ist stolz auf seine Frau. Ein Thurgauer Ausstieg aus dem Frühfranzösisch hätte schwerwiegende Konsequenzen gehabt. «Sie hat den Nationenfrieden für die Schweiz gerettet.»
 

Die Umtriebigen und Kreativen

Den guten Ruf der Thurgauer in St.Gallen hat Werner Dickenmann gerettet, OK-Präsident des Olma-Auftritts. «Irrsinnig» sei es gewesen, sagt der Frauenfelder. Er wurde dieses Jahr pensioniert, ist aber so aktiv, dass ihn Gattin Margrith trotzdem nicht häufiger zu Gesicht bekommt. Umtriebig ist auch Andy Hostettler, der Erfinder des Panoramaknife. Gestern verkaufte er seine Messer bereits wieder auf dem Kon­stanzer Weihnachtsmarkt. «Ich habe mehr Ideen als Zeit», verrät er. «Ich muss mich bändigen.»

An Ideen mangelt es der Freidorfer Schriftstellerin Andrea Gerster ebenfalls nicht. Sie hat jetzt sogar ein Buch für junge Lesemuffel geschrieben. Grossratspräsidentin Heidi Grau hatte beim Namen Gerster bisher vor allem an Trudi gedacht. Nach dem angeregten Gespräch der beiden Frauen, dürfte sich dies nun geändert haben.

Einer hatte eigentlich gar keine Zeit, kam aber trotzdem: Hausi Leutenegger, der treue Thurgauer. Direkt von den Kanarischen Inseln via Genf landete er in Weinfelden, braungebrannt und strahlend, wie man ihn kennt. Wegen eines Arzttermins musste er am gleichen Abend zurück nach Genf. Sein Knie macht ihm Probleme, doch: «Daran stirbt man nicht.»

Sängerin Lina Button ist zwar nicht so bekannt wie Hausi Leutenegger, aber auf dem besten Weg dazu. Inmitten des Trubels steht sie im grünen Glitzerpulli und lauscht der Musik des Duos Bommer/Schärer. Froh, zur Abwechslung mal nicht im Rampenlicht zu stehen.

Sabine Schnyder (Thomas Götz) wäre auch gern im Who is who. Das hat sie bei ihrem Auftritt verraten. Sie meint: Wenn es dä Brüeder vom Heinz mit seiner Wyfelde-Hymne schaffte, dann sollte es für sie als Schwester von Kantonsrat Schnyder, kein Problem sein.

Das Magazin «Who is who im Thurgau – Die 100 Persönlichkeiten 2017» liegt der Samstags-Ausgabe der TZ bei.


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