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Tagblatt Online, 30. Juli 2012, 07:29 Uhr

Mit viel Ruhe und wenig Licht

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Beim Einrichten der Bilderausstellung: Für Lotti und Roger Wolf ist es neu, ihre Werke in einem eher düsteren Klostergang zu zeigen. (Bild: Simon Dudle)

FISCHINGEN. Jedes Jahr finden im Gang des Klosters Fischingen sechs Bilderausstellungen statt. Für die Künstler ist das Kloster deutlich anders als eine Galerie. Lotti und Roger Wolf, die ab heute ihre Bilder dort ausstellen, sehen darin Vor- und Nachteile.

SIMON DUDLE

Wer im Kloster Fischigen seine Werke ausstellen will, der muss sich beim Verein St. Iddazell bewerben. Werner Ibig und Cornelia Scheiwiller treffen dann die Entscheidung. «Wir entscheiden nicht über Kunst oder Nicht-Kunst. Für uns ist wichtig, dass die Bilder in das Haus und zu unserem Publikum passen», sagt Cornelia Scheiwiller. Sie fügt an, dass die Werke nicht immer allen Leuten gefallen müssen.

Bei der Auswahl der Künstler und Bilder wird darauf geachtet, dass sich die Ausstellungen voneinander unterscheiden. Nicht in erster Linie von Bedeutung ist, dass die Aussteller aus der Region kommen. «Bei Künstlern aus anderen Kantonen ist der Vorteil, dass sie mit ihren Einladungen im Bekanntenkreis auch mal andere Leute ins Kloster bringen», sagt Scheiwiller.

«Ein fairer Preis»

Bewerbungen gibt es gemäss Scheiwiller in genügender Anzahl. Wer im Kloster ausstellt, hat zehn Prozent der Summe der verkauften Bilder an die Trägerschaft des Klosters abzugeben, mindestens aber 500 Franken. Für Lotti und Roger Wolf, die ab heute gut 20 Werke präsentieren, ist das ein fairer Preis und sie geben an, dass man in gewissen anderen Orten bis zu 50 Prozent der Einnahmen abgeben müsse.

Für das Ehepaar Wolf, das Basler Wurzeln hat, nun aber seit vielen Jahren im zürcherischen Egg wohnt, ist es ein erster Auftritt in einem Klostergang. Sie haben sich für Fischingen beworben, da ihnen das Ambiente hinter den dicken Mauern im idyllischen Tannzapfenland gefällt. Sie schätzen die Rahmenbedingungen und die Ausstrahlung im Kloster, was sich auch auf ihre Auswahl der Acryl-Bilder überträgt – In den Kunstwerken widerspiegelt sich oft die Ruhe, die der Ort ausstrahlt. Die Ausstellung im Kloster hat aus Sicht der beiden Künstler viele, allerdings aber nicht nur Vorteile.

Schlechte Ausleuchtung

Ein Kritikpunkt von Roger Wolf ist die schwache Ausleuchtung des Ganges. Sie wissen sich aber zu helfen und plazieren an hellen Stellen eher dunklere Bilder und umgekehrt. Auch Cornelia Scheiwiller spricht von einer «nicht professionellen Ausleuchtung», ergänzt dann aber: «Wenn man ein Bild kauft und es in der eigenen Stube aufhängt ist die Beleuchtung dort auch nicht professionell.» Speziell am Kloster ist zudem, dass die Bilder öffentlich zugänglich sind und gestohlen oder beschädigt werden könnten. «Das passiert zum Glück ganz selten», sagt Cornelia Scheiwiller.



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