Votantin zu Schulpräsident von Lommis: «Sprecht ihr euch nicht ab?»

LOMMIS ⋅ An den Versammlungen der Politischen Gemeinde und der Schule waren sich die Stimmbürger fast immer einig. Zu reden gaben das Bauwesen und das Steuerbudget.
06. Dezember 2017, 05:22
Roman Scherrer

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Rekordverdächtig schien es zuerst, das Tempo, in dem die Lommiser die Gemeindeversammlung am Montag abhandelten. Die 80 anwesenden Stimmberechtigten hiessen alle drei Kreditanträge der Versammlung einstimmig gut.

Einen Kredit über 350000 Franken hat der Gemeinderat für die Sanierung der Kirchstrasse beantragt. Die beiden anderen Kredite sind für den Ersatz zweier Transformatoren für 98000 Franken und eine Übertragung der Werkpläne in ein Internet-System für 50000 Franken vorgesehen. Auch das Budget 2018 mit einem Plus von 24000 Franken und den bleibenden Steuerfuss von 49 Prozent bewilligten die Lommiser einstimmig. Weniger klar fiel der Entscheid zur Einbürgerung einer deutschen Frau und ihrer Tochter aus: 50 Ja-, 25 Nein-Stimmen und 5 leere Stimmzettel waren das Resultat.

Eine Diskussion entspann sich erst zum Schluss. Ein Votant bemerkte, dass das Reglement über die technischen Werke vorsieht, dass die Gemeindeversammlung die Strom- und Wassertarife genehmigt. «Wieso wird nie über die Tarife abgestimmt?», fragte er und stellte zudem den Antrag, eine Werkkommission zu gründen. «Die Stromtarife müssen jeweils bis Ende August festgelegt werden. Es ist daher nicht möglich, dass wir an der ordentlichen Gemeindeversammlung darüber abstimmen», sagte Gemeinderat Sven Volk.

Einige Bürger forderten auch, eine Baukommission einzuführen, da in letzter Zeit etwa Bewilligungen für Bauten erteilt worden seien, bei denen Baugesetze nicht eingehalten wurden. Gemeindepräsident Fitz Locher war mit dem Vorwurf nicht ganz einverstanden, sagte aber dazu: «Beide Anträge, zu Werk- und Baukommission, behandeln wir im Gemeinderat und präsentieren an der nächsten Versammlung entsprechende Vorschläge.»

Differenz zwischen Gemeinde und Schule

An der Versammlung der Primarschulgemeinde gaben die budgetierten Steuereinnahmen zu reden. Entgegen der Annahme der Politischen Gemeinde, die 2018 mit weniger Steuern rechnet als im Vorjahr, plant die Schulgemeinde mit 20000 Franken Mehreinnahmen. Eine Votantin hat dies bemerkt. «Sprecht ihr euch denn nicht ab?», wollte sie wissen. «Mir ist das auch aufgefallen. Eigentlich haben wir beim Steueramt nachgefragt. Dort hiess es, man könne im nächsten Jahr mit mehr Steuern rechnen», antwortete Schulpräsident Roger Holenstein.

Die Stimmbürger machten daraus aber keine grosse Sache. Das Budget mit einem Defizit von 5000 Franken und den bleibenden Steuerfuss von 62 Prozent genehmigten sie einstimmig.


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