Warmer Zuspruch für Wärmeverbund

ESCHENZ ⋅ Die Primarschule tritt das Leitungsnetz an die Gemeinde ab. Die baut beim Werkhof eine neue Heizzentrale und schliesst weitere Abnehmer an die Fernwärme an. Das haben die Stimmbürger beschlossen.
01. Dezember 2017, 07:34
Margrith Pfister-Kübler

Gleich zwei Versammlungen gingen am Mittwochabend in der Turnhalle Eschenz über die Bühne: die ausserordentliche Primarschulgemeindeversammlung mit 103 und die ordentliche Budget-Gemeindeversammlung mit 128 anwesenden Stimmberechtigten.

Primarschulpräsident Michael Tobler hatte keine Probleme mit dem Antrag, das Leitungsnetz des Wärmeverbundes der Schule auf die Gemeinde zu übertragen. Dies soll geschehen, sobald die neue Heizzentrale im Werkhof in Betrieb ist. Die Primarschule betreibt aktuell einen Wärme­verbund mit einer Holzschnitzelheizung und integrierter Öl­heizung. Die Anlage ist morbid und erst letzte Woche fiel sie wieder aus. Mit der Übertragung des Leitungsnetzes an die Politische Gemeinde können die Schulen weiterhin Wärme aus heimischem Holz beziehen. Die Schulbürger sagten dazu einstimmig Ja. Nach sportlichen zehn Minuten wurde diese ausserordentliche Schul­gemeinde beendet.

Sparübung des Kantons bereitet Sorgen

Nach kurzem Warten startete um 20 Uhr dann die Budgetversammlung der Politischen Gemeinden, nachdem 25 weitere Stimmberechtigte dazugekommen waren. Gemeindepräsident Claus Ullmann zeigte seine Freude über die engagierte Teilnahme am politischen Leben, aber er sprach auch über seine Sorge wegen der Sparübungen beim Kanton, die er als «Woher kann man mehr Geld holen»-Übungen bezeichnete. Und schon kam als Fortsetzung der Schulgemeinde der Wärmeverbund aufs Tapet: Beim Werkhof soll eine Heizzentrale ent­stehen und der Wärmeverbund unter Führung der Gemeinde erweitert werden. Für die Heizung sind zwei Kessel mit Holzschnitzelfeuerung vorgesehen. Dem Nettokredit in Höhe von 620 000 Franken stimmte die Versammlung einstimmig zu. Mit dem Verbund sollen künftig die Schule, die Raiffeisenbank, Landi, Volg, Post und Gemeindehaus versorgt werden.

Unveränderter Steuerfuss für 2018

Gemeindepräsident Ullmann stellte detailliert das ausge­glichene Budget 2018 mit bis­herigem Steuerfuss von 54 Prozent mit einer «roten Null», nämlich dem Negativ-Ergebnis von 490 Franken vor. Dies bei Einnahmen von 5,16 Millionen Franken und ebenso vielen Ausgaben. Ullmann: «Unsere gesunden Finanzen erlauben die Werterhaltung der Infrastrukturen und Investitionen von 2,8 Millionen Franken.» Einstimmig wurde das Budget 2018 bewilligt.

Bei zwei Nein-Stimmen wurde dem Rahmenkredit von 105 000 Franken für die Erstellung von zehn zusätzlichen Unterflur­containern stattgegeben. Dies allerdings erst nach diversen Voten. Bisher sind vier Container installiert. Festgestellt wurde, dass die Container so platziert sein müssen, dass sie bequem mit dem Auto erreicht werden können. «Und auch mit dem Velo», ergänzte Gemeinderat und Triathlet Dominik Spycher. Auch das Darlehen über 520 000 Franken ab dem 1. Januar 2018 der Gemeinde Eschenz an die Stiftung Haus ­Lindengarten (Alterswohnungen im Espigraben) wurde bei einer Nein-Stimme klar genehmigt. Das Darlehen dauert bis 31. Dezember 2022. Das Darlehen wird seitens der Stiftung Haus Lindengarten benötigt, um eine Hypothek abzulösen. Die Par­zelle ist im Besitz der Gemeinde und ist 1,538 Millionen Franken wert.

Drei Einbürgerungen standen an: Die Gesuchsteller stellten sich persönlich vor und wurden alle ehrenvoll eingebürgert: Roland Nick (BRD), das Ehepaar Denis (F) und Daniela Schierer (Oe). Und ausserdem die Familie Richard und Anke Thim mit Sohn Remo (BRD).

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch


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