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Tagblatt Online, 30. April 2012, 01:08 Uhr

Sehr laute Motoren und viel Sonne

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Triumph Dolomite Sprint mit Hans Metzger am Steuer. (Bild: Bilder: Reto Martin)

FRAUENFELD. Am Wochenende fanden auf der Allmend in Frauenfeld zumeist bei Sonnenschein die 13. Auto-Renntage statt, die der ACS organisiert. Rund 400 Fahrer aus der ganzen Schweiz gingen an den Start. Zur Freude zahlreicher grosser und kleiner Zuschauer.

RAHEL HAAG

Auf der grossen Tribüne findet man am Samstagnachmittag kaum noch einen freien Platz. Die Zuschauer harren in der prallen Sonne, um die Fahrer zu beobachten. Aus den Lautsprechern dringt die dröhnende Stimme des Kommentators, der die Fahrer der Reihe nach ansagt und deren Fahrkünste beim Slalom beurteilt. In einer Pause meint er: «Hier im Speakerhäuschen brauchten wir dringend eine Klimaanlage, hier hat's 45 Grad.»

Mitleid gibt es keines

Von den Zuschauern ist nur wenig Mitleid zu erwarten, die Sonne knallt auch auf sie. Unter dem grossen Sonnenschirm neben der Tribüne findet sich kaum ein Platz mehr.

Hinter der Tribüne – im Schatten – steht der 38jährige Peter Rechberger aus Elgg. Für ihn ist das Rennen bereits gelaufen: «Ich konnte wegen eines Getriebeschadens nicht starten und bin ausgeschieden.» Seit sechs Jahren stellt er hier sein Können unter Beweis. Natürlich sei das jetzt schade: «Jetzt geniesse ich halt das gute Wetter und das Fest.»

Wenn ein Auto an den Start geht, verfolgen es die Augen der Zuschauer so lange, bis es irgendwann nicht mehr zu sehen ist und das Dröhnen des Motors in der Ferne immer leiser wird.

Auf Pole Position

Tamara Lüthi steht quasi in der Pole Position, direkt an der Rennstrecke: «Ich bin hier, um meinem Papi die Daumen zu drücken», sagt die 16-Jährige aus dem bernischen Linden. Er fährt in der Scholl-Gruppe mit. Am meisten interessiert sie sich aber für die verschiedenen Rennwagen.

Wer nicht mehr stehen mag, setzt sich auf die Wiese oder erkundet die verschieden Verkaufsstände hinter der Tribüne. Hier gibt es neben Süssigkeiten, Softeis und Getränken auch kleinere Souvenirs, wie Schlüsselanhänger oder T-Shirts.

Keine Augen dafür hat der 56jährige Felix Rothenfluh aus dem aargauischen Fislisbach: «Ein Geschäftskollege fährt hier mit.» Um nichts in der Welt will er dessen Lauf verpassen. Er selbst sei aber kein Rennfahrer. «Das wäre zu gefährlich – vor allem für die anderen», sagt er lachend. Dann ist es so weit, sein Kollege geht an den Start. Mit zusammengekniffenen Augen verfolgt Rothenfluh das Auto, bis es hinter den Bäumen verschwindet.

Babypause

Gegen 17 Uhr leert sich langsam der Parkplatz. Auch Birgit Rechsteiner macht sich auf den Heimweg. «Normalerweise fahre ich selbst mit, aber in diesem Jahr lege ich eine Babypause ein», sagt die 37-Jährige aus Oberrüthi im Aargau und schaukelt dabei den Kinderwagen, darin liegt ihr kleiner Sohn. Die Atmosphäre gefalle ihr gut. «Es ist aber schon blöd, wenn man nur zuschauen kann.» Deshalb wolle sie im nächsten Jahr unbedingt wieder selbst hinterm Steuer sitzen.



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