Festsperre für Thurgauer Turner

FRAUENFELD. Die Zihlschlachter und Roggwiler Turner dürfen beim Kantonalturnfest nicht mitmachen. Sie sollen an der Randale vom vergangenen Wochenende beteiligt gewesen sein. «Die Vorwürfe sind masslos übertrieben», sagen die Betroffenen.

28. Juni 2012, 10:51
IDA SANDL

Bei den Thurgauer Turnern hängt der Haussegen schief. Das erste Wochenende des Kantonalturnfestes lief nicht so friedlich ab, wie sich das die Organisatoren gewünscht hätten. Der Ärger begann, als das Fest eigentlich schon zu Ende war. In der Nacht auf Sonntag, gegen 2 Uhr, drehten die Veranstalter die Musik ab und den Zapfhahn zu. Eine Gruppe von Leuten sei noch auf der Kleinen Allmend gewesen, sagt OK-Präsident Hugo Menzi. Diese Schlaflosen freute es gar nicht, dass die Party schon zu Ende war. Aus Wut fingen sie an zu randalieren.

Das Ausmass der nächtlichen Verwüstung zeigte sich am nächsten Morgen, als die Wettkampf-Helfer eintrafen: Absperrbänder lagen zerschnitten am Boden, Gitter waren umgeworfen, Kampfrichter-Tische übers Gelände verstreut, Stühle demoliert, Zelte beschädigt.

Die Helfer sind frustriert

«Der finanzielle Schaden ist nicht riesig», sagt Menzi. Die Helfer hätten aber 150 Mann-Stunden gebraucht, um Ordnung zu schaffen. «Und das kurz vor den Wettkämpfen.» Besonders frustrierend: Einige Randalierer stammen aus den eigenen Reihen. Fünf- bis sechsmal habe der Sicherheits-Chef die Turnvereine Zihlschlacht und Roggwil namentlich erwähnt, als er über die Vorfälle berichtete, sagt Menzi. Kommt hinzu, dass die Zihlschlachter und Roggwiler Turner schon vor sechs Jahren am Kantonalturnfest in Weinfelden verwarnt wurden, weil sie es zu bunt getrieben hatten.

Jetzt zogen Wettkampfleitung, Organisationskomitee und die Turnverbands-Spitze die Notbremse: Sie entschieden, dass die beiden Vereine am nächsten Wochenende nicht an den Wettkämpfen teilnehmen dürfen.

Die Betroffenen fühlen sich vor den Kopf gestossen, sie können nicht glauben, dass der Ausschluss endgültig ist. Der Turnverein Roggwil hat dem OK eine schriftliche Stellungnahme geschickt. «Gemäss Wettkampfreglement müssen wir angehört werden», sagt Vizepräsident Ivan Fust. Das sei bisher nicht geschehen. Er glaubt, dass die Verantwortlichen ihren Entscheid widerrufen. «Die Vorwürfe sind masslos übertrieben.» Vor sechs Jahren sei ein einzelner Roggwiler in Weinfelden negativ aufgefallen. Der sei diesmal gar nicht dabei.

Auch die Zihlschlachter Turner hoffen, dass sie am Wochenende doch noch mitmachen dürfen. Fürs Kantonale habe man zwei Jahre trainiert. «Wir sind keine Randalierer», stellt Präsident Thomas Brühlmann klar. Er sieht die Zihlschlachter und Roggwiler als Sündenböcke, denen nun alles, was an Schlechtem passiert ist, in die Schuhe geschoben werde.

Ein schwarzes Schaf oder zwei

Zihlschlacht sei einer der grösseren Turnvereine im Thurgau, da habe es vielleicht schon das eine oder andere schwarze Schaf dabei. Der Verein sei aber sehr aktiv. «Wir haben uns überlegt, das Jugendturnfest zu organisieren», sagt Brühlmann. Sollte es beim Ausschluss bleiben, «dann machen wir das sicher nicht».


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