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Tagblatt Online, 13. Juli 2012, 06:01 Uhr

«Das Gewitter war nicht besonders heftig, nur ungewöhnlich lange»

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Notsicherung Nach dem Gewitter halten Spanngurte die Bauten fest. (Bild: rsp)

FRAUENFELD. Das Gewitter vom Dienstag über Frauenfeld kostete einer jungen Frau das Leben – es hatte ausgerechnet auf der Allmend am heftigsten getobt.

ELISABETH REISP

Mit Windböen von 90 km/h zog ein Sturm über die Grosse Allmend. «Kein aussergewöhnlich starkes Unwetter», sagt Meteorologe Joachim Schug von der Meteomedia AG in Gais. Trotzdem hat der Hagelsturm einer 24jährigen Helferin, die beim Abbau des Open Airs mithalf, das Leben gekostet und einen 21jährigen Mann schwer verletzt.

Das Gewitter – es hatte sich über dem Baselbiet zusammengebraut – hat über der Allmend am heftigsten getobt. Genau dort, wo eine grosse Helferschar mit dem Abbau des Open Airs beschäftigt war. In Seuzach wurden während des Gewitters nur 70 km/h gemessen, am Flughafen in Kloten waren es 80 km/h.

Knapp 60 km/h beim Spital

«Dieses Gewitter ist besonders kleinräumig gewesen», sagt Schug. Der Experte spricht von einer sehr schmalen, aber langen Gewitterzelle. Sie war so schmal, dass die Wetterstation auf dem Bettenturm des Kantonsspitals Frauenfeld, trotz luftiger Höhe, nur knapp 60 km/h gemessen hat.

Die Ausdehnung der Gewitterzelle und die sehr langsamen Winde in drei bis vier Kilometern Höhe hätten zudem dazu geführt, «dass sich das Gewitter nur zögernd weiterbewegte und sich lange auf der Allmend austoben konnte», sagt Schug. Wäre das Gewitter kürzer gewesen, hätten die Bauten den Sturm vermutlich unbeschadet überstanden. Reisst der Wind aber lange genug an den Zelten und Türmen, geben diese irgendwann nach. Ob und wie viel menschliches Versagen beim schrecklichen Unfall mitspielte, ist Sache der laufenden polizeilichen Ermittlung.

Ähnlicher Unfall vor fünf Jahren

Solche Unfälle mit Todesfolgen sind selten, kommen aber vor. Vor fünf Jahren starb unter ähnlichen Umständen ein Sanitäter auf dem Gelände des Southside-Festivals bei Tuttlingen. Während der Aufbauarbeiten war ein heftiger Sturm aufgekommen. Der Sanitäter war von einem Metallteil erschlagen, ein weiterer Sanitäter schwer verletzt worden.



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