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Appenzeller Zeitung
22. Mai 2012, 01:11 Uhr

Bonsoir France, bonsoir Frauenfeld

FRAUENFELD. 500 000 Zuschauer in Frankreich verfolgten gestern das erste Abendrennen auf der Frauenfelder Allmend. «Happy Hour & Turf» lanciert neue Impulse.

MARGRITH PFISTER-KÜBLER

«Jetzt wird eine halbe Million Zuschauer live nach Frauenfeld Schalten. Halb Europa schaut auf Frauenfeld», mit diesen Worten eröffnete Rennvereinspräsident Christoph Müller das erste Abendrennen des Rennvereins Frauenfeld. Fünf Kameras standen im Einsatz. Im Regieraum hoch über der Tribüne herrschte Anspannung. Das Team vom französischen Spartenkanal Equidia (PMU) hatte die Ruhe weg, ganz Profis. Profimässig lief es auch an den Wettschaltern, zweisprachig wurde informiert. Les chances sur les courses hippiques – die Quoten der Pferderennen – ertönten aus den Lautsprechern. Schon beim ersten Rennen wurden in Frankreich 40 000 Euro auf Sieg gewettet. Gemeinsam mit 11 000 Annahmestellen in Frankreich konnten Wetten abgeschlossen werden. «Ob hier wohl Goldströme fliessen», flüsterte eine Schöne in der Warteschlange vor dem Wettschalter.

Schlangestehen war auch an den Imbissständen angesagt; die Gäste vom Turf-Club und dem Rennverein wurden im Festzelt verwöhnt. «Vor 20 Jahren starteten wir auch ein Abendrennen am Samstag mit Musik. Aber wir konnten es nicht finanzieren. Damit kam das Aus», blendete Max Rindlisbacher, der frühere Rennvereinspräsident zurück. Als grosse Chance für die Pferderennbahn Frauenfeld sieht Rennvereinspräsident Christoph Müller die Zusammenarbeit mit dem französischen Sender PMU und Avenches. Zahlen zu den umgesetzten Wettsummen konnten gestern abend noch keine vorgelegt werden.

Die Stimmung war grossartig, auf den Tribünen wurde gejubelt, selbst als der Dauerregen einsetzte. Auch in den Festzelten herrschte Hochstimmung. 2000 Besucher, schätzte Rennvereinsvorstandsmitglied Heini Strehler: «Ein glücklicher Start.» Und Hanspeter Wägeli, der OK-Präsident des Kreismusiktages in Hüttwilen und Pferdezüchter, kommentierte: «Diese Abendrennen sind eine Chance für den Rennverein Frauenfeld. Ich plädiere für mehr Rennen und etwas weniger Preisgeld. Die Leute kommen nämlich wegen der Pferderennen.»



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