Ein Sud für den Storch

FRAUENFELD ⋅ Das Brauhaus Sternen ehrt seine gefiederten Maskottchen mit einem eigenen Bier. Heute ist offizieller Fassanstich des neuen Adebar Amber.
02. Dezember 2017, 09:22
Stefan Hilzinger

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

«Hopfen» und «Malz» hatten ein sehr gutes Jahr. Das Storchenpaar auf dem stillgelegten Kamin beim Brauhaus Sternen zog drei Junge gross in diesem Sommer. Die Jungtiere sind inzwischen in den Süden gezogen. Mindestens ein Elternteil bleibt, wie schon in den vergangenen Jahren, im kalten Norden. Denn der ersten Generation der hierzulande wiederangesiedelten Störche fehlt der Zugvogeltrieb.

«Die Störche sind zu unserem Maskottchen geworden», sagt Brauhaus-Geschäftsführer Stefan Mühlemann. Im Frühjahr 2015 richtete das Brauhaus auf dem freistehenden Kamin einen Horst ein. Und schon im ersten Jahr liess sich ein Klapperstorch-Paar dort oben nieder. Seit bald drei Jahren gehören die Vögel quasi zum Betrieb und wurden von der Belegschaft prompt auf die Namen Hopfen und Malz getauft. Und nun ehrt das Brauhaus die beiden mit einem eigenen Bier, dem Adebar Amber. Adebar ist der Fabelname des Storches, Amber steht für die Bernsteinfarbe des Bieres.
 

Geniessen für den Vogelschutz

Heute Samstag ist im Kreis der Brauhaus-Aktionäre der offizielle Fassanstich. Peter Enggist, Geschäftsführer von Storch Schweiz (siehe Kasten), wird zur Tat schreiten. «Ich finde die Idee sensationell», sagt Enggist. «Denn vom Erlös jeder verkauften Flasche gehen zehn Rappen an unsere Vogelschutzorganisation.» Begeistert ist Enggist auch vom Bruterfolg des Frauenfelder Storchenpaares. «Gleich drei flügge Jungvögel in einem Jahr sind wirklich aussergewöhnlich, insbesondere auf einem Horst, der mitten in der Stadt liegt», sagt er.

Ein vergleichbares Bier durften die Aktionäre an der Versammlung Anfang dieses Jahres geniessen. Es war quasi die Vorform des Adebar Amber. «Wir haben die Rezeptur noch verfeinert», sagt Mühlemann. Die verwendeten Hopfensorten stammen aus der Hallertau in Bayern, dem grössten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. «Der Aromahopfen verleiht dem Bier eine fruchtig-frische Note», sagt Geschäftsführer Mühlemann. Das neue StorchenBier gehört ab heute zum Standardsortiment des «Sternen» im Offenausschank und ist in 3-Deziliter-Flaschen auch über die Gasse erhältlich. «Wir erhoffen uns eine Jahresproduktion von 20000 Flaschen.»

Schweizweit sind 833 Braustätten im offiziellen Verzeichnis registriert, was die höchste Dichte an Brauereien weltweit bedeutet. Sogenannte Craft-Biere, die in kleinen Betrieben handwerklich hergestellt werden, erfreuen sich grosser Beliebtheit. «Es ist schön, dass Bier abseits vom Image des billigen Durstlöschers neu entdeckt wird», sagt Mühlemann. Allerdings decken 49 Brauereien mit einem Ausstoss von mehr als 1000 Hektoliter jährlich 99,2 Prozent der Schweizer Produktion ab. Dazu gehört auch das Brauhaus Sternen. So beliebt Spezialbiere auch sind, so klar ist auch, dass 80 Prozent des genossenen Gerstensaftes gewöhnliches Lagerbier ist.


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