Dreieck und Hase auf Elefantenrücken

FRAUENFELD ⋅ Als Dank für ihr Engagement zu Gunsten der Jugend hat die Stadt die Cevi am Freitag mit dem Anerkennungspreis belohnt. Zum ersten Mal hat sie auch einen Förderpreis verliehen. Er ging an die Illustratorin Rina Jost.
04. Dezember 2017, 07:20
Hugo Berger

Hugo Berger

frauenfeld

@thurgauerzeitung.ch

«Schön, wie die beiden sich freuen können», sagte eine Frau im Publikum zu ihrer Kollegin. Gemeint waren die Cevi-Präsidentin Elisabeth Rickenbach und die Illustratorin Rina Jost. Die Cevi Frauenfeld wurde mit dem Anerkennungspreis der Stadt ausgezeichnet, und Rina Jost bekam den zum ersten Mal verliehenen Förderpreis zugesprochen. Die Verleihung fand am Freitagabend im voll besetzten Grossen Bürgersaal statt. Die Jugendmusik Frauenfeld, unter der Leitung von Kevin Felix, umrahmte den Anlass musikalisch.

Der Förderpreis würdigt die bisher geleistete Arbeit von Rina Jost und soll die junge Künstlerin dazu ermutigen, weiterzumachen und auf ihr Talent zu ­vertrauen, sagte Stadtpräsident Anders Stokholm. Und mit dem ­Anerkennungspreis drücke der Stadtrat seinen Dank aus für das grosse Engagement, das die Cevi Frauenfeld zu Gunsten der Jungend leiste. Sie sei sprachlos und überrascht gewesen, als sie von dem Preis erfahren habe, sagte Elisabeth Rickenbach. «Das sind nicht wir vom Vorstand, die den Preis erhalten haben, sondern alle, die bei Cevi mitmachen.»

Freiwilligenarbeit als Grundlage

Wie man den Preis von 10000 Franken verwende, habe man noch nicht entschieden. Aber auf jeden Fall soll etwas Nachhaltiges entstehen. Das weltweit bekannte Dreieck mit der darüberliegenden Cevi-Bezeichnung zeige das Anliegen: Cevi wolle den Menschen ganzheitlich ansprechen. Mit Kopf, Herz und Hand, mit Geist Seele und Körper, sagte Heinz Wilhelm in seiner Laudatio. In Frauenfeld sei die CVJM-Gruppe im Jahre 1924 gegründet worden. Eines sei bis heute unverändert: Die Cevi lebe vom freiwilligen Engagement der Mitglieder – nicht vom Ehrenamt und von Sitzungsgeldern. «In der Cevi Frauenfeld lernen die Jugendlichen, sich für eine Idee einzusetzen, sie zu formulieren und auch gegen Widerstände durchzuführen», so Wilhelm.

Vor vier Jahren fasste Rina Jost den Mut, dem sicheren Broterwerb den Rücken zu kehren und sich als Illustratorin selbstständig zu machen. Zum Förderpreis meinte die 30-Jährige, sie sei überrascht gewesen und fühle sich geehrt. Auch der Zustupf von 5000 Franken komme nicht ungelegen. «Ich habe zwar ein paar feste Kunden, aber als Selbstständige hat man immer ein bisschen Existenzangst.» Rina Jost hat sich als Freiberufliche gut vorbereitet. Nach der Matura folgte ein Studium an der Hochschule in visueller Kommunikation mit Vertiefung in Illustration. 2012 schloss sie mit dem Bachelor of Arts ab.

Wenn einer eine Reise tut

Ihre Arbeit würdigte Mathias Tanner. Seine Ausführungen begleitete das Publikum mit Lachern, als auf der Leinwand lustige Skizzen der Künstlerin erschienen. Ihr neustes Werk sei vor wenigen Wochen erschienen. Ein Buch, das Rina Jost mit geistreichen Worten und gehaltvollen Illustrationen bereichert habe, so Tanner. «Wer das Buch kennt, spürt, dass eine vielversprechende Gestalterin am Werk war.»

Der grosse Wurf von Rina Jost heisst: «Der Hase auf dem Rücken eines Elefanten». Entstanden ist es auf einer Asienreise, zu der sie sich vor vier Jahren alleine aufmachte. Über Russland und die Mongolei gelangte sie nach China und kehrte mit vollen Skizzenbüchern nach Frauenfeld zurück. Das Buch erschien im vergangenen Jahr beim Buchverlag Edition Moderne.


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