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Tagblatt Online, 17. August 2012, 01:34 Uhr

Stadt will Bach offenlegen

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Information unter freiem Himmel: Unterstützt von den beteiligten Planern, erklärt Stadtrat Boris Binzegger (rechts) den Anwohnern, was mit dem Stadtbach geschehen soll. (Bild: Christof Lampart)

BISCHOFSZELL. Bischofszell möchte den südlichen Teil des Stadtbaches entlang des Stadtgrabens entwässern. Behördenvertreter und Planer stellten das Projekt am Mittwochabend den Anwohnern vor.

CHRISTOF LAMPART

24 Grundstückeigentümer hatte die Stadt zur Stadtbachbegehung mit anschliessender Diskussion im evangelischen Kirchenzentrum eingeladen. Über 30 Personen trafen sich oberhalb der Thurbruggstrasse 1, um gemeinsam das Gelände zu besichtigen.

Getrennte Wasser

Laut Stadtrat Boris Binzegger sind es zwei Projekte, die vom Ressort Bau und Sicherheit im Gebiet südlich der Bahnlinie zeitnah angegangen werden müssen: zum einen die Sanierung der Schmutzwasserleitungen, zum anderen die Offenlegung des Stadtbaches samt Gestaltungsplan.

Als gesetzliche Grundlage für das Vorgehen fungiert der Generelle Entwässerungsplan, der vorschreibt, dass Meteorwasser, also Schmutzwasser aus Niederschlägen, separat von den Abwässern abgeführt werden muss. Denn das ziemlich saubere Wasser belastet die Kapazität der Abwasserkanäle und die Abwasserreinigungsanlagen über Gebühr. Oder wie Binzegger erklärte: «Sauberes Wasser hat nichts in der ARA zu suchen.»

Rinne und Entlastungskanal

Die derzeit verlegten Wasserröhren würden bei einem Jahrhunderthochwasser nicht ausreichen, um den ganzen Abfluss aufzunehmen. Von einem Jahrhunderthochwasser ist bei einer Abflussmenge von 4000 Litern pro Sekunde die Rede. Bei einem heftigen Unwetter ist mit 1000 Litern pro Sekunde zu rechnen. In Trockenperioden werden gerade mal 10 Liter pro Sekunde gemessen.

Da man nicht für ein so seltenes Ereignis eine riesige Röhre von 1,5 Metern Durchmesser im Boden versenken möchte, hat man für die Entwässerung des Stadtbaches eine Zweiteilung vorgesehen. Zum einen soll im Stadtgraben, entlang des Durchgangs, eine teilweise mit Gitterrosten gesicherte Rinne offengelegt werden, welche 500 Liter pro Sekunde schlucken kann. Das allenfalls überschüssige Wasser soll über einen Entlastungskanal das Waldtobel hinuntergeführt werden. Diese Zweiteilung mache nicht nur ökologisch Sinn, sondern sei auch Vorbedingung, dass man für das rund 4,5 Millionen Franken teure Projekt Subventionsbeiträge von Kanton und Bund erhalte, gab Binzegger zu bedenken. Auf dieser Grundlage basierend, lancierte die Stadt einen Wettbewerb unter fünf Planungsbüros und beauftragte 2008 das Arboner Ingenieurbüro Wälli mit dem Projekt. Nach weiteren Anpassungen und amtlichen Überprüfungen wurde dieses bis zum Stand «fertig zur Auflage» vorangetrieben und 2011 vom Stadtrat genehmigt. Für die Anstösser, so Binzegger, gebe es keine grossen Veränderungen.

Ökologische Aufwertung

Der Rosengarten ist von dieser Offenlegung nicht betroffen, und der Weg soll auch in Zukunft mit dem Auto befahrbar sein. «Ausserdem kommt die Stadt weiterhin für den Unterhalt des Weges auf», erklärte Bischofszells Bauverwalter Ernst Schönenberger. Für die Linienführung der Rinne müssten die Anstösser weniger als 100 Quadratmeter opfern, wobei das Land nicht die Gärten betreffe, sondern Böschungen, die kaum anderweitig genutzt werden können. Zugleich werde durch die Offenlegung des Stadtbaches und der Anlegung eines Retensionsbeckens («Stadtweiher») die Umgebung ökologisch aufgewertet und für Einwohner sowie Passanten noch attraktiver.

Orientierung: Samstag, 25. August, 9 bis 11 Uhr, Rathaus (Bürgersaal)


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