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Tagblatt Online, 6. August 2012, 01:37 Uhr

«Schleifen verändern die Welt nicht»

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Livia Jenni lässt sich beim Training für die Jugendweltmeisterschaften in Miami von Shaw Laney coachen. (Bild: Bilder: pd)

Erstmals nahm eine Schweizer Delegation an den Jugendweltmeisterschaften der Paso-Fino-Reiter teil. Klassieren konnten sich die Jugendlichen, die alle auf der Paso-Fino-Farm in Schocherswil trainieren, in Miami nicht. Sie ernteten aber viel Lob für ihr harmonisches Reiten.

MAYA MUSSILIER

SCHOCHERSWIL. Sich einmal mit den besten jugendlichen Reiterinnen und Reitern aus der Paso- Fino-Szene messen – dieser Herausforderung stellten sich auch die sechs jungen Schweizerinnen Stéphanie Schnellmann (Jahrgang 1989) aus Romanshorn, Livia Jenni (1991) aus Schocherswil, Ramona Gamper (1995) aus Amriswil, Svenja Solenthaler (1991) aus Rorschacherberg, Vivienne Claus (1993) aus Waldkirch und Carole Saxer (1994) aus Stäfa. Sie alle reisten, begleitet von Reitlehrerin Claudia Greb, Trainer Shaw Laney und zwei Müttern, nach Miami um an den Jugendweltmeisterschaften der Paso-Fino-Reiter, dem Confepaso Youth Mundial, teilzunehmen.

Mit dem Schweizer Team reisten auch die beiden deutschen Frauen Alexandra Rau (1991) aus Alling und Elsa Herhold (1994) aus Olbernhau, die ebenfalls auf der Paso Fino Farm in Schocherswil unterrichtet werden.

Wenig Informationen

Während sich die Jugendlichen in den USA wegen der grossen Anzahl Reiter für die Weltmeisterschaften qualifizieren müssen, konnte sich die Schweizer Delegation ohne Vorprüfungen anmelden. «Das heisst natürlich nicht, dass wir uns deshalb weniger vorbereitet hätten», betont Claudia Greb. «Wir wussten aber nicht, was genau uns in Miami erwarten würde.» Einzig das Pattern, die Abfolge des einzeln zu reitenden Prüfungsteils, war im Vorfeld bekannt. «Wir wussten aber nicht, wie oft und wo wir vor Ort trainieren konnten», so Claudia Greb.

Eine grosse Herausforderung

Laut Reglement geht es beim Confepaso Youth Mundial um die Bewertung der jugendlichen Reiter. In Miami aber habe man das Können der Reiter nur zu 50 Prozent bewertet. «Die anderen 50 Prozent der Bewertung lagen auf dem Pferd», bedauert Claudia Greb. «Man brauchte also schon ein sehr gutes Pferd, um in die Ränge zu kommen.» Die Pferde würden jeweils vom Gastland zur Verfügung gestellt und den Kindern zugelost. Wer sein eigenes Pferd mitbringe oder eine Vereinbarung mit einem Züchter habe, könne profitieren. Mit einem fremden Pferd sei es sowieso schwieriger zu punkten, zumal nur gerade zwei Trainingseinheiten à 30 Minuten mit dem zugeteilten Pferd gewährt wurden.

Die jungen Schweizerinnen nahmen die Herausforderung trotzdem guten Mutes an. «Wir wollten Gas geben und das Bestmögliche erreichen», betont Claudia Greb. Für Rangierungen reichte es trotzdem nicht, dafür aber für ein dickes Lob der Richter und Besucher, die sich erstaunt darüber zeigten, dass in Europa so gut geritten werde. Claudia Greb ist sehr stolz auf ihre Schülerinnen. «Wir bekamen vor allem viele Komplimente für das harmonische Reiten.»

Unerwartete Zusatztrainings

Eine Überraschung war für die jungen Schweizerinnen, dass sie ausserhalb der offiziellen Trainings Pferde auf der Rancho la Rosa, einer berühmten Paso-Fino- Zucht, reiten durften. «Wir konnten einen Kontakt zu diesen Züchtern herstellen und haben das im Vorfeld eingefädelt, ohne zu wissen, dass die offiziellen Trainings derart eingeschränkt waren.»

Diesen Kontakt möchte Claudia Greb in Zukunft gut pflegen. In zwei Jahren findet das Confepaso Youth Mundial in der Dominikanischen Republik statt, wo diese Zucht ihren Hauptausleger hat. «Unter Umständen können wir dann Pferde dieses Züchters reiten und unsere Chancen damit verbessern», sagt die Trainerin.

Auch wenn es dieses Mal nicht für Rangierungen gereicht hat, ist Claudia Greb nicht enttäuscht. «Die Jugendlichen haben hier viel dazugelernt. Unter anderem wird die Persönlichkeit bei solchen Wettkämpfen stark geprägt. Es sind nicht die Schleifen, die die Welt verändern, sondern die Persönlichkeit der Menschen.»



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