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Tagblatt Online, 11. Juli 2012, 01:34 Uhr

Amriswil darf bedenkenlos trinken

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(Bild: RITA KOHN)

AMRISWIL. Vier Ozonerzeuger im Seewasserwerk Kesswil garantieren dafür, dass Amriswil mit sauberem Trinkwasser versorgt wird. Die Technischen Betriebe haben die neue Anlage erst kürzlich in Betrieb genommen. Investiert haben sie auch in eine verbesserte Online-Messung.

RITA KOHN

Aus den Amriswiler Wasserhahnen fliesst Trinkwasser von sehr guter Qualität. Dafür, dass es so bleibt, ist Hugo Egloff verantwortlich. Als Brunnenmeister ist er für die Aufbereitungsanlage im Seewasserwerk ebenso zuständig wie für die Reservoirs. Zwei- bis dreimal wöchentlich sei er in Kesswil, sagt Hugo Egloff.

Heute kann der Brunnenmeister jederzeit von Amriswil aus kontrollieren, ob in Kesswil alles rundläuft. Die Online-Messung liefert genaue Werte nach Amriswil. Das bedeute aber nicht, dass er nun ständig am Bildschirm sitzen und die Entwicklung der Werte beobachten müsse, sagt Hugo Egloff mit einem Schmunzeln. «Wenn sich die Werte verändern, wird ein Alarm ausgelöst.»

Bezahlbare Technik

Noch vor kurzem wäre an eine solch genaue Online-Messung nicht zu denken gewesen. «Die nötigen Instrumente waren zwar auf dem Markt, kosteten aber ein Vermögen», sagt Karl Spiess, Leiter der Technischen Betriebe. Erst durch sinkende Preise sind die Messinstrumente erschwinglich geworden. «Sie stellen aber eine grosse Verbesserung dar, was die Sicherheit der Wasserversorgung anbelangt», sagt Karl Spiess.

Die Anlage im Keller des Seewasserwerks sieht unspektakulär aus. Und doch liefert sie Zahlen, die für den Brunnenmeister wichtig sind. «Wenn wir eine Wasserprobe nehmen, haben wir bei der Analyse immer eine Momentaufnahme.» Schon wenige Stunden nach einer Entnahme könnte sich die Wasserqualität rapide verschlechtern. Früher war es schwierig, innert kürzester Zeit zu reagieren. Heute wäre dies dank der modernen Messmethoden möglich.

Je komplexer jedoch die Messinstrumente werden, desto höher sind die Erwartungen an den Brunnenmeister. «Seine Stellvertretung ist ein Problem», bekennt Egloffs Chef Karl Spiess. Da die Wasserversorgung jedoch in absehbarer Zeit grossflächiger organisiert sein soll, werde sich hier auch eine neue Lösung ergeben. «Wir suchen die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden», sagt Karl Spiess. Komme diese zustande, sei es gut möglich, dass ein weiterer Brunnenmeister eingesetzt werden könne.

Anlage veraltet

Es ist jedoch nicht nur die neue Messtechnik, die für mehr Sicherheit in der Wasserversorgung sorgt. Auch die Ozonerzeugung wurde in den vergangenen Wochen erneuert. Früher war es eine einzige Anlage, die im Seewasserwerk Kesswil für die Desinfektion des Wassers mit Ozon sorgte. Heute sind es gleich vier. Mindestens zwei hätten es sein müssen, führt Hugo Egloff aus. Denn nur so sei sichergestellt, dass bei einem Ausfall der Anlage die Trinkwasseraufbereitung nicht ins Stocken gerate.

Berechnungen hätten aber gezeigt, dass die Erweiterung auf vier Ozonerzeuger optimal auf den Bedarf von Amriswil abgestimmt sei. Die vier Erzeuger könnten über die Nachtstunden mit Niedertarif-Strom betrieben werden. Fällt einer der Erzeuger aus, haben die übrigen drei genügend Kapazität, um den Ausfall zu kompensieren. «Sie sind dann einfach etwas länger in Betrieb», sagt Hugo Egloff.

Nötig geworden war die Erneuerung aber auch, weil die alte Anlage nun mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hatte und es keine Ersatzteile dafür mehr gab.

Neue Leitung geplant

Rund 360 000 Franken kostete die neue Anlage, etwa 170 000 Franken mussten in Umbauarbeiten investiert werden. Doch noch ist der Investitionsbedarf im Seewasserwerk Kesswil nicht gedeckt. Karl Spiess erklärt, dass die Amriswiler Stimmberechtigten voraussichtlich im Frühjahr über einen Kredit für eine neue Seewasserleitung befinden müssten. «Die heutige Fassung ist zu klein», sagt Spiess. Gebaut werden soll eine Leitung mit grösserem Durchmesser.

Das mache es auch möglich, dass die Leitung weiter in den See hinaus gebaut und die Wasserfassung in grösserer Tiefe erfolgen könne. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Wasserqualität vor der Behandlung aus. «Je tiefer wir das Wasser fassen können, desto weniger wird es von den Veränderungen an der Oberfläche tangiert», erklärt Karl Spiess. Eintrübungen durch eine aufgewühlte Oberfläche gebe es dann absolut keine mehr.



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