Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus will Steuerfuss senken

HAUPTWIL-GOTTSHAUS ⋅ Trotz des defizitären Budgets für 2018 möchte der Gemeinderat den Steuerfuss um 5 Prozentpunkte senken. Eine Erbschaft und das reichlich vorhandene Eigenkapital ermöglichen diesen Antrag.
06. Dezember 2017, 05:22
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Das Budget 2018 der Politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus geht von einem Verlust in Höhe von 359900 Franken aus, resultierend aus einem Aufwand von 3,873 Millionen Franken und einem Ertrag von 3,513 Millionen Franken. Die Lektüre der Botschaft zuhanden der nächsten Gemeindeversammlung macht zunächst stutzig, beantragt der Gemeinderat doch trotz des ­Defizits eine Senkung des Steuer- fusses von 60 auf 55 Prozent. Vor sechs Jahren, beim Amtsantritt von Gemeindepräsident Mat­thias Gehring, lag der Steuerfuss noch bei 69 Prozent.

Was auf den ersten Blick paradox erscheint, hat einen rationalen Grund, wie Gehring erklärt: «Die Gemeinde hat eine Erbschaft von über 600000 Franken bekommen.» Dank dieser unverhofften privaten Zuwendung sowie aufgrund weiterer positiver Faktoren sei für das laufende Jahr ein sehr guter Rechnungsabschluss zu erwarten.

Der Zeitpunkt für eine Entlastung ist günstig

Gehring beziffert das momentane Eigenkapital mit 2,2 Millionen Franken, was für Hauptwil-Gottshaus recht viel sei. Der Antrag auf Steuerfusssenkung werde auch vor diesem Hintergrund gestellt. Als weitere Gründe nennt der Gemeindepräsident die inzwischen tiefe Verschuldung, den geringen Abschreibungsbedarf und die verhältnismässigen Investitionen. «Von dieser erfreulichen Konstellation sollen alle profitieren, und das geht am besten durch eine steuerliche Entlastung», sagt Gehring.

Die vom Gemeinderat ins Auge gefassten Nettoinvestitionen im Jahr 2018 belaufen sich auf 550000 Franken. Rund die Hälfte dieses Betrags soll für die Errichtung des Parkplatzes an der Hauptstrasse in Hauptwil auf- gewendet werden. Mit dem Bau eines Salzsilos möchte man die Arbeitsabläufe im Bauamt optimieren und die Möglichkeit schaffen, das Salz im Sommer lose und damit günstiger einzukaufen. Die Kosten für den Silo sind in der Investitionsrechnung mit 60000 Franken aufgeführt. Der Gemeindepräsident geht davon aus, dass der reduzierte Steuerfuss reichen wird, um auch künftige Investitionen zu stemmen. Voraussetzung sei, dass es im Sozialwesen zu keinem markanten Mehraufwand kommt.

Gemeindeversammlung

Dienstag, 12. Dezember, 20 Uhr; Turnhalle Hoferberg, Gottshaus.


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