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Tagblatt Online, 02. Februar 2012 07:53:00

Mehr Fastnacht in der Altstadt

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Der Neunerrat der FGW stimmte sich im «Tigerli» auf die bevorstehende närrische Zeit ein. (Bild: sme.)

WIL. «40 Jahre Prinzenpaar» lautet das Motto der diesjährigen Fastnacht. Das Paar übernimmt das Zepter von Narrenwyl am 15. Februar. Neu konzentriert sich das fastnächliche Treiben am Gümpelimittwoch hauptsächlich auf die Altstadt.

SILVAN MEILE

Am Mittwoch informiert die Wiler Fastnachtsgesellschaft (FGW) im «Tigerli» über die bevorstehende Narrenzeit. Am 15. Februar, Gümpelimittwoch, eröffnet demzufolge die Wiler Fastnacht mit der Übernahme der stadträtlichen Macht durch das Prinzenpaar. Und weil dies seit dem Jahr 1972 so ist, schlägt sich die monarchische Übernahme der Stadt auch im diesjährigen Motto der Fastnacht nieder: «40 Jahre Prinzenpaar».

Alleine trat der Prinz jedoch schon länger in Erscheinung. 1952 marschierte zum erstenmal ein maskierter Prinz am Umzug mit. Es war damals auch das erste Mal, dass eine bekannte Wiler Persönlichkeit als Nörgeli verbrannt wurde. Das gleiche Schicksal wird einer noch unbekannten Person auch in diesem Jahr zuteil werden. Dies am grossen Umzug, der am Fastnachtssonntag, 19. Februar, stattfindet. Den Schlusspunkt setzt dann die Verbrennung des Nörgelis um etwa 15 Uhr. Sieben Meter lang, 3,5 Meter breit und rund sechs Meter hoch werde er sein. Weitere Angaben waren nicht zu erfahren.

Festzelt auf dem Hofplatz

Der Gümpelimittwoch 2012 wird bis zu jenem Zeitpunkt, bei dem die Tüüfel aus dem Hof gesprungen kommen und der Herold seine Bulle verliest, wie gewohnt vonstatten gehen. Der traditionelle Tüüfelsumzug mit den Wiler Fastnachts-Cliquen und Guggenmusiken wird dann auf der Route Marktgasse–Metzgergasse–Kirchgasse zurück auf den Hofplatz führen. In den vergangenen Jahren marschierte man jeweils in den Stadtsaal, wo das fastnächtliche Treiben seinen Lauf nahm. In diesem Jahr konzentriert es sich auf das Gebiet der Altstadt. Die traditionellen Wienerli werden auf dem Hofplatz im Anschluss an den Umzug abgegeben. Der Stadtsaal wird geschlossen bleiben.

Mit der Streichung des Anlasses im Stadtsaal wolle man auch die Beizenfastnacht neu beleben, erklärt Peter Ruckstuhl, Präsident der FGW. Von der Altstadt aus können die Fastnächtler ins nächtliche Treiben Wils ausschwärmen. Ein zentraler Treffpunkt ist mit der «Bärenhöhli» im Hofkeller gegeben. Ausserdem wird bis Mitternacht ein Festzelt auf dem Hofplatz vor der Trinkstube Hartz betrieben.

Dekorierte Restaurants

Die Fastnachtsgesellschaft bedauert zwar, dass die Lokale «Speer», «Alpenrose» und «Freihof» aufgrund Betriebsschliessung an der diesjährigen Fastnacht wegfallen. Gleichzeitig freut man sich jedoch darüber, dass mit dem «Uno» in Wilen, dem «Gemsli», dem «Stammbaum» und dem «Wilson» neue dekorierte Restaurants hinzugekommen sind. Für das Schamauchenessen am Gümpelimittwoch im «Freihof» wird es jedoch keinen Ersatz geben.

Pflege des Brauchtums

Bis zum grossen Umzug am 19. Februar haben die Wiler Fastnächtler noch einige schlaflose Nächte vor sich. Die Höhepunkte sind nebst dem Gümpelimittwoch der Kindermaskenball mit freiem Eintritt am Schmutzigen Donnerstag im Stadtsaal, aber auch der 23. Hofnarrenball am Freitag, 17. Februar. Am Rande der Ernennung eines neuen Hofnarrs gehört unter anderem ein Schattenspiel-Künstler zum Rahmenprogramm. Einen Tag darauf, am Samstag, 18. Februar, steht die Wiler Altstadt im Zeichen der Guggenmusiken. Am Monsterkonzert nehmen 16 Formationen aus der ganzen Schweiz teil. Viele davon sind auch tags darauf beim grossen Umzug dabei.

Rund 250 000 Franken beträgt das Budget der FGW auch in diesem Jahr. Ein grosser Rückhalt in der Pflege des Brauchtums biete die Stadt Wil, sagen die Verantwortlichen. Trotzdem ist man auch bei der Fastnachtsgesellschaft auf Nachwuchs angewiesen. «Es gibt immer mehr Arbeit, bei immer weniger Leuten, die bei uns mitmachen», bringt es Präsident Ruckstuhl auf den Punkt.





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