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Tagblatt Online, 23. Juli 2012, 07:29 Uhr

Unterschiedlich beliebte Arena

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Trostlos: Die AFG Arena beim ersten Heimspiel des FC Wil. (Bild: Urs Jaudas)

WIL/ST.GALLEN. Gestern hat der FC Wil sein erstes «Heimspiel» in der AFG Arena bestritten. Immerhin gut 1000 Zuschauer begleiteten die Wiler nach St. Gallen zur Premiere gegen Wohlen (0:1). Die Reaktion auf die neue Umgebung fiel nicht einheitlich aus.

SIMON DUDLE/CHRISTOPH HEER

Bilderstrecke: Wils erstes Heimspiel in der AFG Arena

  • Sport Fussball FC Wil - FC Wohlen
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Der FC Wil hat am Sonntag sein erstes Heimspiel in der AFG Arena ausgetragen. Rund 1000 Fans verfolgten die Partie gegen Wohlen, welche die Wiler mit 0:1 verloren. (Bilder: Urs Jaudas)

Die wohl meistgestellte Frage vor dem ersten «Heimauftritt» in der AFG Arena war gestern: Wie viele Zuschauer unterstützten den FC Wil auch 25 Kilometer weiter östlich? Das Rätsel wurde nach knapp 70 Spielminuten gelöst, als der Stadionsprecher bekanntgab, dass 1080 Zuschauer zugegen waren. Es ist ein Wert, der vergleichbar ist mit den Zahlen im Bergholz. Und trotzdem war der Rahmen speziell. Mit diesen gut 1000 Fans war das Stadion nur etwa zu einem Zwanzigstel gefüllt. FC-Wil-Trainer Axel Thoma formulierte es so: «Von der Stimmung habe ich nichts mitbekommen, da ich voll auf das Spiel konzentriert war.»

«Einzigartige Infrastruktur»

Patrick Bitzer, der Medienchef des FC Wil, und Vereinspräsident Roger Bigger, fanden die Zuschauerzahl für das erste Heimspiel «nicht schlecht». Bitzer sagte: «Wenn man bedenkt, dass Ferienzeit ist, dann werte ich die Zahl gar als sehr positiv. Wir hoffen nun, diese Anzahl Besucher in den nächsten Spielen aufrechterhalten zu können.» Bigger schwärmte derweil vom Komfort in der Arena: «Die Infrastruktur ist einzigartig.» Walo Hegelbach, der neue Präsident der Gönnervereinigung Club 2000, hatte keine negativen Reaktionen bezüglich Stadion. Bei der Gönnervereinigung wertet man positiv, dass in der AFG Arena der Raum des Dienstags-Club zur Verfügung steht, womit die Mitglieder eine schöne Plattform für den Austausch haben.

Markus Ebneter bezeichnet sich selbst als Ur-St. Galler und wohnt in Herisau. Seit über 20 Jahren ist er jedoch Fan des FC Wil. Er war auch treuer Gast im Bergholz. «Für mich ist es toll, diese Saison einen so kurzen Anfahrtsweg zu den Heimspielen zu haben. Ich bin erstaunt, dass zum ersten Spiel so viele Wiler erschienen sind.» Er geht aber davon aus, dass es auch billigere Ausweichmöglichkeiten gegeben hätte.

Fans sind unzufrieden

Weniger passend wertet man die AFG Arena beim harten und lauten Kern der Fans. Dieser fand sich gestern im Sektor A1 am seitlichen Ende der Haupttribüne ein. «Wir sind nicht begeistert. Die meisten von uns denken, dass es bessere Spielorte gegeben hätte», sagte Fabienne Senti, Fanverantwortliche und somit Bindeglied zwischen Fans und Verein. Senti fügt an, mehrfach gehört zu haben, dass einige Anhänger nicht in die Arena von St. Gallen reisen würden. Die Abneigung kommt aus der Vorgeschichte, als die Fangruppierungen von Wil und St. Gallen zu Super-League-Zeiten verbitterte Feinde waren und es auch zu Ausschreitungen gekommen war. Zudem sieht man bei den lautstarken Wiler Anhängern den FC St. Gallen als Konkurrenz.

In einem Punkt waren sich aber alle einig: Es fehlten die Wiler Tore. Der FC Wil fand kein Rezept gegen eine massierte Wohler Abwehr und verlor mit 0:1.



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