Genossenschaft will in Uzwil Alterswohnungen bauen

UZWIL ⋅ Die Genossenschaft Wohnen 60 plus will eine Überbauung mit 25 altersgerechten Wohnungen realisieren. Das Baugesuch ist eingereicht. Es wird mit Kosten von rund 10 Millionen Franken gerechnet.
06. Dezember 2017, 05:22
Philipp Stutz

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

«Mit der Baueingabe haben wir einen wichtigen Meilenstein zur Realisierung unseres Vorhabens gesetzt», sagt Werner Dintheer, Präsident der Genossenschaft Wohnen 60 plus Uzwil. Auf dem Grundstück an der Fichten-/Neuheimstrasse sollen 25 altersgerechte Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum entstehen, der bei Nichtbedarf ebenso als Wohnung genutzt werden könnte. Geplant ist ein Längsbau, der sich über die Parzelle erstreckt. Das Areal wird südlich vom Wohnheim Buecherwäldli und nördlich vom Kindergarten begrenzt.

Dichter Nebel erschwerte gestern den Überblick auf dem Areal, das durch eine Tiefgarage mit 25 Plätzen erschlossen werden soll. Doch immerhin waren die Visiere zu erkennen. Ersichtlich wurde auch, dass der Abstand zu den benachbarten Grundstücken relativ grosszügig bemessen ist. Zu Beginn der Bauarbeiten müssen einige Laubbäume an der Grundstückgrenze gefällt werden. «Hernach wird wieder aufgeforstet», betont Dintheer. Ebenso müssten Aspekte des Hochwasserschutzes berücksichtigt werden.

Das Baugesuch liegt noch bis zum 10. Dezember öffentlich auf. Zurzeit erarbeitet das beauftragte Architekturbüro Gähler Flühler die Grundlagen für den Kostenvoranschlag, der die bis jetzt verwendete Kostenschätzung präzisieren wird. Nach Erhalt der Baubewilligung erfolgt die provisorische Ausführungsplanung als Grundlage für die Ausschreibung der verschiedenen Arbeitsgattungen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Sommer aufgenommen werden, der Bezug der Wohnungen ist im Herbst 2019 vorgesehen.

Drittel des Eigenkapitals ist gedeckt

«Wir rechnen mit Baukosten von rund 10 Millionen Franken», sagt Werner Dintheer. Die Bankfinanzierung habe diesen Herbst abgeschlossen werden können, der Hypothekarvertrag sei unterzeichnet. Bis Ende November haben sich 62 Personen entschlossen, Mitglied der Genossenschaft zu werden. Sie haben Anteilscheine im Gesamtbetrag von rund 750 000 Franken gezeichnet und einbezahlt. Der Betrag entspricht rund einem Drittel des erforderlichen Eigenkapitals. Weitere Finanzierungsquellen sollen erschlossen werden. So werden zum Beispiel aus dem Fonds de Roulement Schweiz gemeinnützigen Bauträgern zinsgünstige, rückzahlbare Darlehen gewährt. «Wir haben die Vorgaben für altersgerechtes Bauen erfüllt», sagt Werner Dintheer. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der katholischen Kirchgemeinde Uzwil – ein entsprechender Baurechtsvertrag ist unterzeichnet worden. «Der Baurechtszins ist moderat», sagt Dintheer.

Vergleichsweise moderat sind auch die Mietzinsen. So soll eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung rund 1200 Franken pro Monat kosten, exklusive Nebenkosten. Werner Dintheer betont, dass die Genossenschaft andere Ziele als gewinnorientierte Unternehmen verfolge und keine spekulativen Absichten hege.

Nachfrage ist vorhanden

Das Interesse an altersgerechten Wohnungen ist gross. «Wir verzeichnen bereits Vorreservationen», sagt Werner Dintheer. Marianne Halter, Leiterin Dienste des Wohnheims und der Werkstätten Buecherwäldli, war dabei, als die Grundlagen für das Projekt Alterswohnungen erarbeitet wurden. Eine Zusammenarbeit mit dem Buecherwäldli sei möglich, etwa im Bereich der Hauswartung und Wäscherei. Auch die Sicherstellung eines Notfalldienstes stehe zur Diskussion.


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