Aus Freude am Springreiten

SENNWALD ⋅ Martina Guntli ist Mutter von zwei Buben und kümmert sich um vier Pferde. Sie nimmt aktiv an Springturnieren der Region teil. Diese Saison zählt sie wohl zu den erfolgreichsten regionalen Springreitern.
01. Dezember 2017, 11:52
Katharina Rutz
katharina.rutz@wundo.ch

Die Pferde Royal Rubina G und Royal Queen G sind Schwestern. Sie stehen zusammen mit ihrer Mutter Nakita im Stall von Martina Guntli in Sennwald. Mit ihnen konnte sie diese Saison in der Region etliche Erfolge im Springreiten erzielen. Sie war so gut, dass sie von der Kategorie R110/115 cm in die Kategorie R120/125 cm aufsteigen musste. «In dieser Kategorie ist es viel schwieriger, dort sind viele Profis unterwegs», sagt Martina Guntli. 
 

Nicht nur Springreiterin, sondern auch Mutter

Sie selber reitet die Turniere aus Freude. «Ich mache das nur für mich und muss nichts beweisen», sagt die zweifache Mutter. Ihre Jungs sind dreieinhalb und eineinhalb Jahre alt und fordern auch viel Aufmerksamkeit. «Zum Trainieren bleibt deshalb oft nicht viel Zeit», sagt sie. Vielleicht ist gerade diese Unbefangenheit das Erfolgsrezept der Sennwalder Springreiterin. Sie nahm dieses Jahr ausschliesslich an regionalen Turnieren zwischen Sargans und Diepoldsau teil. Sie war auf 11 Turnierplätzen unterwegs und dabei 18-mal klassiert (klassiert werden die besten 30 Prozent der Teilnehmer einer Prüfung). Neunmal belegte sie Platz eins. In Diepoldsau erritt sie sich einen Doppelsieg und gewann die Prüfung 110 und 115 cm. In Sargans ritt sie ebenfalls in dieser Höhe zweimal aufs Podest. In Weite konnte sich der Reit­verein Werdenberg am traditio­nellen Vielseitigkeitsturnier auf Platz eins klassieren. Martina Guntli hat dazu mit einem Nullfehlerritt beigetragen.
 

Saisonhighlights und Höhenflüge

Einer ihrer Saisonhöhepunkte war auch der Sieg im kleinen Final der Jahreswertung des Ostschweizer Concours Clubs in Turbenthal (der W&O berichtete jeweils darüber). Ein weiteres Highlight dieser Saison war für Martina Guntli und Rubina Royal G das vereinsinterne Mächtigkeitsspringen. Die Höhe eines Sprungs wird dabei laufend erhöht. Im K.-o.-System fallen dann immer mehr Reiter weg. Martina Guntli gewann dieses Springen mit einer Höhe von 160 cm. «Das ist nicht der wichtigste Sieg, aber ich freue mich trotzdem, dass wir diese Höhe erreicht haben.» Ein Topresultat gelang ihr auch in ihrer ersten Prüfung in der Höhe 120 und 125 cm. Sie belegte sogleich den ersten und den zweiten Platz im August in Diepoldsau.
 

Ehrgeiz, Vorsicht und Mut braucht ein Springpferd

Martina Guntli reitet schon seit ihren Kindertagen. Zuerst auf Ponys und später dann auf Nakita. Die kleine Schweizer Stute zeigte immer viel Ehrgeiz und Talent beim Springen. «Wir waren von früh bis spät um die Pferde.» Aus Nakita züchtete die Familie Guntli dann eine ganze Reihe talentierter Pferde, darunter Royal Rubina G und Royal Queen G. 

«Ich bin stolz, dass wir Rubina selber gezüchtet und ausgebildet haben. Das gibt es selten im Springsport», sagt sie. «Royal Rubina hat den Ehrgeiz von ihrer Mutter geerbt. Ausserdem ist sie sehr vorsichtig am Sprung, aber trotzdem mutig», sagt Martina Guntli. Diese Eigenschaften müsse ein Pferd mitbringen, um im Springsport erfolgreich zu sein. «Das kann man auch nicht trainieren», ist Martina Guntli überzeugt. Neben ihren Talenten im Sport ist Royal Rubina G aber alles andere als einfach. «Sie war in der Ausbildung schwierig», erinnert sich Martina Guntli. Zunächst hat die Schwester Karin Wolfinger, die eine Lehre als Bereiterin gemacht hatte, das Pferd hauptsächlich geritten. «Von ihr habe ich sehr viel gelernt», sagt sie. Doch dann nahm sich Martina Guntli immer mehr Zeit für die Stute. «Die Pferde merken schon, wer sich mit ihnen beschäftigt», sagt die Pferdenärrin. Dennoch hatte auch Martina Guntli ihre «Kämpfe» mit Royal Rubina. Seit 2012 setzt Martina Guntli die heute 12-jährige Stute an Turnieren ein und dies eigentlich schon immer mit Erfolg. «Seit ich mit Royal Rubina an Turniere gehe, hatte ich immer ein gutes Gefühl mit ihr. Sie springt immer alles. Und mit so einem guten Pferd muss ich ja fast Turniere starten», lacht sie. Mit Royal Queen G hat sie zudem ein zweites gutes Pferd unter dem Sattel. «Wir sind ein eingespieltes Team», sagt sie.

Nun gehen die Pferde aber in ihre wohlverdiente Winterpause. «Ich hoffe, dass die Pferde gesund bleiben und der Erfolg in der Saison 2018 nicht ausbleibt.» Dass sie weiterhin aktiv im Springsport bleiben kann, verdanke sie auch ihrem toleranten Mann und der Familie, die immer hinter ihr stehe. Ausserdem hat sie in ihrer Freundin Renate Berner eine Trainingspartnerin, die sie stark unterstützt.

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