Tagblatt Online, 30. Januar 2012 08:00:00
Musik und Spass beim «Heimspiel»
Traditionell und modern: Beim Konzert zum Studienabschluss von Katja Zimmermann (rechts) legte Frowin Neff eine Bödälä-Einlage ein. (Bild: Sabine Schmid)
NESSLAU. Als Abschlussarbeit ihres Studiums an der Musikhochschule Luzern stellte Katja Zimmermann, gemeinsam mit vier Kollegen, ein Konzert auf die Beine. Am Samstag traten die fünf Musiker in der vollbesetzten Kirche Nesslau auf. Das «Heimspiel» war ein grosser Erfolg.
SABINE SCHMID
Drei Schwyzerörgeli, zwei Klarinetten, ein Schlagzeug und ein Klavier – mehr brauchten die fünf jungen Musiker nicht, um das Publikum in der vollbesetzten Kirche Nesslau zu begeistern. Eingeladen hatte die Nesslauerin Katja Zimmermann, die während drei Jahren an der Musikhochschule Luzern Musik mit Schwerpunkt Volksmusik studierte. Das Konzert, das an vier Orten in der Schweiz aufgeführt wurde, war ihre Abschlussarbeit zum Bachelor of Art in Music.
Einstieg mit Willi Valotti
Katja Zimmermanns Musikkarriere begann mit dem Unterricht bei Willi Valotti. Zwei Stücke des Akkordeon-Virtuosen stellte Katja Zimmermann an den Anfang ihres Konzertes. Sie spielte auf dem Schwyzerörgeli die Melodien, die von Stephanie Rutz auf dem Klavier aufgenommen wurden. Andreas Ambühl an der Bassklarinette übernahm die Stimme der Bassgeige und Simon Schmid am Schlagzeug sorgte für einen ausgeprägten Rhythmus. Bereits beim dritten Stück, das sie zusammen mit Stephanie Rutz interpretierte, war Katja Zimmermann anzusehen, mit welcher Freude sie ihrem Örgeli die Töne entlockt.
Gleich danach griff Frowin Neff ins Konzertgeschehen ein. Der Jodler, der sich zuvor im Hintergrund aufgehalten hatte, intonierte den Naturjodel «De Berner». Welchen Bezug Katja Zimmermann zum Jodel hat, erklärte sie dem Publikum im Verlauf des Abends. Im Rahmen ihres Studiums habe sie sich intensiv mit Naturjodel beschäftigt und in einer Forschungsarbeit die Naturjodel aus dem Toggenburg und dem Appenzellerland miteinander verglichen. Die feinen Unterschiede haben jodelgewohnte Ohren während des Konzertes heraushören können, denn auf dem Programm standen zwei Jodel aus dem Appenzellerland – darunter Hääwehgedanke von Frowin Neff und ein altes Stück, das Katja Zimmermann auf einer Schellackplatte entdeckte – und zwei Jodel aus dem Toggenburg. Den einen, den die Musiker als Zugabe präsentierten, stammt aus der Feder von Katja Zimmermann.
Rund um die Welt
Doch bevor die vier Musiker die mit lautem Applaus geforderten Zugaben spielten, nahmen sie das Publikum mit auf eine Europareise. Der Komponist Bela Bartok hat Ungarische Volksweisen geschrieben. Zwei von ihnen gaben die Musiker in der Kirche Nesslau zum Besten. Eine besondere Herausforderung war ein irisches Stück. Katja Zimmermann hat dieses im Internet gefunden und gemeinsam mit ihrem Musiklehrer erarbeitet. «Es war sehr anspruchsvoll, den Rhythmus einzuüben», sagte die Musikerin. Frowin Neff unterstrich diesen mit Bödälä. In der Folge spielten die Musiker in verschiedenen Zusammensetzungen einige Stücke von Komponisten, die in der Volksmusik jedem ein Begriff sind, wie beispielsweise Res Gwerder und Jakob Buser. Auch ein Stück von Markus Flückiger, einem ihrer Dozenten, durfte im Konzertprogramm nicht fehlen.
Begleitung durch Studium
Mit dem Konzert machten Katja Zimmermann und ihre vier Musikerkollegen nicht nur dem «Heimpublikum» eine grosse Freude, sondern auch sich selber. «Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen hier in Nesslau dieses Konzert besuchen», freute sich Katja Zimmermann. Die Zuhörerinnen und Zuhörer dankten es mit einer Standing Ovation. Nur allzu gerne gaben die Musiker eine Zugabe. Das Stück «Unterwegs zu s'Bachelors» habe Marcel Oetiker für sie und ihre Mitstudenten geschrieben, erklärte Katja Zimmermann zum Stück, das sie während des ganzen Studiums begleitet habe. Noch einmal gab es tosenden Applaus, doch statt einer weiteren Zugabe konnte das Publikum mit den Musikern im «Sternen» plaudern und auf das gelungene Konzert anstossen.
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Kommentar lesen
zwickerp (01. Februar 2012, 19:38)
Einfach eine Klasse für sich
Ich war auch an diesem Konzert in Nesslau. Es war ein Ohrenschmaus, diese diversen Stücke von verschiedenen Komponisten zu hören, eine Augenweide zu sehen, wie leichtfertig die Finger von Katja über die Tasten gleiten. Obwohl ich eine leidenschaftliche "Volkstümliche Musig" Hörende bin, war ich begeistert wie das Konzert gestaltet wurde mit den hervorragenden Musizierenden. Besonders auch der Jodler mit dieser wunderbaren Stimme hat die vielen Anwesenden begeistert. Manch einer bekam regelrecht Hühnerhaut.
Beitrag kommentierenEin grosses Kompliment und herzliche Gratulation für den Bachelor vom Katja Zimmermann.
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