Tagblatt Online, 26. Januar 2012 11:48:00
Jungschar bald heimatlos?
WATTWIL. Das Mietverhältnis für die Vereinsbaracke der Wattwiler Jungschar wird per 30. Juni 2012 aufgelöst. Nun sind die Leiter auf der Suche nach einem neuen Lokal.
PATRICIA WICHSER
«Wir hatten sehr gute Konditionen für das Mieten der Baracke», sagt Matthias Schmid, Jungscharleiter. Die Firma Pozzi AG bot der Jungschar Wattwil während zwölf Jahren ein Vereinslokal auf ihrem Areal an der Bleikenstrasse – und dies fast unentgeltlich. Nun wird die Baracke aufgrund der Werkhof-Zusammenlegung mit dem Bauunternehmen Giezendanner von der Firma selbst benötigt. Ein Umstand, an dem, kein Weg vorbeiführt. «Wir haben ab April 2012 doppelt so viele Mitarbeiter und Maschinen auf dem Platz», verdeutlicht Franziska Sabljo-Grob von der Pozzi AG.
Nur wenig Geld zur Verfügung
«Wir verstehen die Gründe für die Auflösung des Mietverhältnisses und wir haben jetzt noch ein sehr gutes Verhältnis mit der Firma Pozzi», unterstreicht Matthias Schmid. «Wir sind dankbar für die Zeit, wo wir die Möglichkeit der günstigen Unterkunft nutzen durften.» Für die Jungschar heisst das jedoch, eine neue Lokalität zu suchen. «Bis im Sommer etwas Neues zu finden, ist sehr schwierig», vermutet Matthias Schmid. Die Jungschar verlangt von den Kindern keine Mitgliederbeiträge. Die finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt. «Die Haupteinnahmequellen sind das Papiersammeln und der J+S-Beitrag», erklärt er. Mit diesem Geld lasse sich keine Monatsmiete von 500 bis 1000 Franken bezahlen.
Traktandum Baracke
Letzte Woche hielten die Leiter mit der Chrischona-Gemeinde eine Sitzung ab. «Wir arbeiten an einer Übergangslösung», gibt Matthias Schmid Auskunft. Vorstellbar wäre, dass die Jungschar sich in Gebäuden der Chrischona einquartiert. Trotzdem halten die Verantwortlichen die Augen nach einer Lokalität im Grünen offen. Für 40 bis 50 Kinder und Jugendliche müsste diese Platz bieten. Die Jungschar macht viele Outdoor-Aktivitäten wie Kochen auf dem Feuer, Waldräumungen, Pflanzen erkunden sowie Hilfs- und Rettungsübungen. Daher wäre ein wenig Umschwung von Vorteil.
Treffen jeden zweiten Samstag
Die Wattwiler Jungschar hat zwei Gruppen. Eine besuchen Kinder von der ersten bis zur vierten Primarklasse und eine zweite ist für Kinder von der vierten bis zur sechsten Klasse. «Jeden zweiten Samstagnachmittag treffen wir uns», sagt der Jungschar-Leiter zum Vereinsbetrieb. Dabei werden auch Geschichten behandelt, die Inputs geben zum Leben und dem Glauben. Um den Kindern und Jugendlichen das Freizeitangebot weiterhin zu ermöglichen, gilt es nun für die Jungscharleiter, einen genauso offenherzigen und grosszügigen Vermieter wie die Pozzi AG zu finden.
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