Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 23. Mai 2011 07:34:00

«Wow, ist das Wasser sauber»

Zoom

Klärwärter Paul Knaus zeigt am Tag der offenen Tür in der ARA Necker in Rennen anhand von Wasserproben den Reinigungsvorgang. (Bild: Patricia Wichser)

NECKER. Letzten Samstag konnte die Bevölkerung die ARA Necker in Rennen besichtigen und sich am «Tag des Abwassers» über den Reinigungsvorgang vom Abwasser zum klaren Necker-Flusswasser informieren lassen.

Patricia Wichser

«Schau mal wie das Wasser sauber ist», rief ein Junge seinem Bruder zu. Sie blickten übers Geländer in das Endklärbecken der ARA Necker. Dieses Wasser fliesst in den Necker zurück. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Von der Abwasserbrühe zum Neckerwasser – diesen Vorgang beschrieb Klärwärter Paul Knaus viele Male am Tag der offenen Tür vom Samstag. Doch die Arbeit mit den interessierten Neckertalern freute ihn. «Als ich hörte, dass es den Tag des Abwassers gibt und somit einen Tag der offenen Tür, dachte ich sofort, dass das eine sehr gute Sache ist», schilderte Paul Knaus. Er befand es für sehr wichtig, den Leuten zu erklären wie die Kläranlage funktioniert und dass der Betriebsablauf gute Ergebnisse liefert. Die Besucher hörten bei den Führungen gerne seinen Erklärungen zu. Mit Leichtigkeit und Verständlichkeit informierte er über den Feintrichter, die beiden Vorklärbecken, die zwei Belüftungsbecken und die Nachklärbecken.

Biologisches Chemielabor

Vier Proben hat Paul Knaus für die Besucher bereitgestellt: Trinkwasser, ungereinigtes Abwasser, Wasser vom Belüftungsbecken und das Endwasser. Aufmerksam betrachteten die Besucher das Wasser vom Belüftungsbecken, oben relativ sauber – unten schmutzig. So würde es im Becken aussehen ohne das feingegliederte Belüftungssystem. «Das Belüftungsbecken ist das Herzstück der ARA», erklärte der Mogelsberger. Hier muss das Gleichgewicht verschiedener Faktoren stimmen. Mittels der Reinigungsleistung wird die Biologie im Becken gesteuert. «Wir verwenden Fällungsmittel», erklärte Paul Knaus. Mit Hilfe dieser Mittel aus Eisenchlorid, Aluminiumsulfat oder Kalk werden Phosphate auf biologische Weise im Abwasser gebunden. Seither haben sich die Schlammqualität und die guten Bakterienstämme verbessert. «Seit drei oder vier Jahren sind wir sehr zufrieden», meinte Margot Blaser vom Kantonalen Amt für Umwelt und Energie, welche der ARA in Rennen eine Visite abstattete. Vorher hatte die ARA Probleme mit Fadenbakterien, die ihren Ursprung in der Milchverarbeitung haben. «Doch mittlerweile haben beispielsweise Käsereien die Auflage erhalten, das Abwasser zu neutralisieren», gab der Klärwärter Aufschluss.

Neutralisieren wäre auch in den Haushalten angesagt. Binden, Windeln, grosse Putzlappen, Öle, Katzenstreu, alte Medikamente und Wattestäbchen landen auch in Rennen im Abwasser.

Verstopfter Feintrichter

«Grosse Putzlappen können ganze Pumpen ausser Betrieb setzen und Wattestäbchen verstopfen den Feintrichter», gab Paul Knaus zu Bedenken. Öle sind sehr schwer zu neutralisieren und sorgen für Fettablagerungen an den Beckenwänden. Besucher, welche die Sorgenfalten des Klärwarts gesehen haben, nehmen sich gerne die Ratschläge zu Herzen und überprüfen das eigene Verhalten in Sachen Wasser und Abwasser.

Auch wenn man kein grosser «Abwasser-Sünder» ist, raten die Abwasser-Profis in ihrer Broschüre: Wasch- und Reinigungsmittel sparsam verwenden, Entkalker zurückhaltend einsetzen, mechanische Reinigung (Bürste, Lappen) als Alternative überprüfen, auf Deosteine im WC-Spülkasten zu verzichten und Fette in Pfannen zuerst mit einem Papier auswischen.

«Alles was jemals in die Toilette gelangt, muss auch auf irgendeine Weise wieder herausgenommen werden», ruft das Kantonale Amt für Umwelt und Energie den Broschürenlesern ins Bewusstsein. Auch in Rennen gilt: Nur mit Sorgfalt und Disziplin der Abwasserverursacher kann man auch in Zukunft über das saubere Wasser der Endklärbecken und des Neckers staunen.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: