Remo Forrer überzeugt die Jury

TALENT ⋅ Am 25. November gewann Remo Forrer aus Hemberg den Photographers-Choice-Preis bei der Zentralschweizer Talentshow Stimmen der Zukunft. Er ist im Förderprogramm der Musikschule Toggenburg.
05. Dezember 2017, 05:19
Cecilia Hess-Lombriser

Ende Mai dieses Jahres fiel der Startschuss zum Projekt «Musical Toggenburg». Matthias Ammann, Musik, und Daniel Koller, Regie, hatten das Musical «Peter Pan» mit jungen Talenten der Region erarbeitet. Remo Forrer aus Hemberg übernahm als Solist die Rolle von Käpt’n Hook. Vor gut einer Woche stand er wieder im Rampenlicht. Er nahm an der Zentralschweizer Talentshow Stimmen der Zukunft in der Chollerhalle in Zug teil. Er war einer der sechs Finalisten, die schliesslich von 70 Angemeldeten auftreten durften. Und er gewann den Photographers-Choice-Preis, was die beste Bühnenperformance bedeutet. Konkret hat er ein professionelles Fotoshooting gewonnen. Die Fotos darf er für seine Interessen nutzen.
 

Vom Akkordeon zum E-Piano gewechselt

Die Interessen von Remo Forrer sind im Moment in zwei Bereichen angesiedelt. Das ist einerseits die Lehre als Sportartikelverkäufer bei Sport Metzger in Wattwil, die er im Sommer begonnen hat. «Ich bin gerne mit Menschen zusammen, habe gerne Kontakt und habe schon als Kind immer Verkäuferlis gespielt», erzählt er während eines Treffens. Und da er selber sportlich ist, war für ihn auch die Branche schnell klar. Das andere Interesse ist die Musik und der Gesang. Der 16-Jährige hat sich das Klavierspielen selber beigebracht. «Da stand das Keyboard meiner Mutter und irgendwann habe ich angefangen, darauf herumzuklimpern, habe im Internet Aufnahmen gefunden, wie man Akkorde spielt und dann einfach nach Gehör gespielt. Das mache ich heute noch so», verrät er weiter. Zwar hatte er einmal Akkordeonunterricht an der Musikschule Toggenburg, aber das Instrument musste einem E-Piano weichen. Remo Forrer stammt aus einer musikalischen Familie.Der Vater spielt im Ländlertrio Forrer-Dütschler Handorgel und Schwyzerörgeli und komponiert; Bruder Roger komponiert ebenfalls und spielt Bassgeige und Handorgel in der eigenen Formation Ländlertrio Moosbänkligruess. An den Jodel hat sich Remo Forrer auch schon gewagt, doch seine Welt ist eher der Pop. Balladen dürfen es auch sein. Eliane Müller, die Gewinnerin von «Die grössten Schweizer Talente» 2012 ist für ihn ein grosses Vorbild. Er durfte sie persönlich kennen lernen. Es wäre auch für ihn ein riesiger Traum einmal an der gleichen Castingshow teilzunehmen.
 

«Die Jury gab mir ein super Feedback»

Da war also das Finale in Zug. An einem Sonntag davor hatte Remo Forrer Gelegenheit, mit der Band und den Background-Sängerinnen zu proben. Als Zweiter betrat er in der Kategorie Talents (15-25 Jahre) die Bühne. «Ich war überhaupt nicht nervös, das kenne ich kaum», sagt der sympathische Hemberger. Seine Familie und Kolleginnen und Kollegen waren dabei und quittierten seinen Auftritt mit Ed Sheerans Hit «Castle on the Hill», bei dem er sich selber auf dem Klavier begleitete, lautstark. «Die Jury gab mir ein super Feedback», freut er sich. «Sie sagten, dass meine tiefen Töne so kurz nach dem Stimmbruch sicher seien und auch die oberen Töne. Ausserdem ermutigten sie mich, eigene Songs zu komponieren. Das habe ich auch im Sinn.»

Die Teilnahme am Wettbewerb angezettelt hatte Teresa Kressig, seine Gesangslehrerin in Wattwil. Sie brachte einen Flyer mit und für ihren Schüler war klar, dass er teilnehmen wollte. Er musste eine Aufnahme einreichen und wurde dann zum Halbfinal mit sechzehn weiteren jungen Sängerinnen und Sängern aufgeboten.
 

Mit Singen abschalten und verarbeiten

Remo Forrer ist im Talentförderprogramm der Musikschule Toggenburg. Das heisst, dass er von 60 Minuten wöchentlichem Gesangseinzelunterricht nur 40 Minuten selber bezahlen muss. Jedes Jahr muss er sich erneut für das Förderprogramm qualifizieren. Es steht eine beschränkte Anzahl Plätze zur Verfügung. Der junge Sänger hat zu Hause ein Studio eingerichtet und hat schon viele Aufnahmen gemacht, mit denen er sein Umfeld beglückt. Im Studio von Teresa Kressig konnte er weitere Aufnahmen machen. «Ich finde es cool, mit Songs zu experimentieren und einen eigenen Ausdruck zu entwickeln. Es tönt ja immer anders, wenn man sie selber singt», sagt Remo Forrer. Zu Hause singt er täglich. «Das ist mein Weg, Emotionen zu verarbeiten; gute und schlechte. Ich kann abschalten und entspannen.» Er geniesse die Auftritte auf der Bühne. «Dann fliesst die Energie, ich blühe auf und kann mich auch mit dem Publikum verbinden. Es ist ein wunderbares Gefühl», schwärmt der junge Mann mit dem wachen Blick.

Sein grösstes Ziel ist es, einmal von der Musik leben zu können, sein Talent auszuleben, anderen Freude zu machen. Er weiss jedoch auch, dass der Weg steinig werden könnte. Deshalb ist er vorläufig zufrieden, wenn er an Hochzeiten, an Geburtstagen oder Firmenanlässen auftreten könnte. Wer auf Instagram oder Facebook ist, kann Kostproben von ihm hören.


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