«Dreifachturnhalle hat Normgrösse»

WATTWIL ⋅ Die teilversenkte Bauweise der geplanten Sporthalle in der Rietwis weist verschiedene Vorteile gegenüber einem Bau auf gewachsener Erde auf. Der Lärm der neuen Sportanlage sei nicht grösser als bei anderen Sportplätzen, sagt die Gemeinde Wattwil.
07. Dezember 2017, 05:20
Martin Knoepfel

Im Wettbewerb für die neue Gesamtsportanlage Rietwis in Wattwil gewann das Projekt «Elias». Die Jury empfiehlt es zur Weiterbearbeitung (Bericht in der Ausgabe vom 30. November). Die Sportanlage umfasst eine Dreifachturnhalle und verschiedene Aussenanlagen. Wenn man die im Gemeindehaus ausgestellten Pläne ansieht, bemerkt man, dass alle Wettbewerbsteilnehmer den Kunstrasenplatz am nordwestlichen Ende des Areals angrenzend an Wohnhäuser anordnen. Besteht da die Gefahr von Klagen der Anwohner, wenn Vereine abends das Rasenfeld nutzen?

Marc Bohnenblust, Informationsbeauftragter der Gemeinde, teilt diese Befürchtung nicht. Die Wettbewerbsprojekte zeigten, dass das Fussballfeld nur entlang der Nordgrenze des Areals sinnvoll angeordnet werden könne, schreibt er. Immissionen seien nicht auszuschliessen. Sie seien bei Fussballfeldern nicht grösser als bei anderen Sportanlagen oder bei einer industriellen Nutzung. Diese war gemäss Zonenplan hier bisher möglich. Ein Anwohnervertreter sei in der Jury dabei gewesen und habe die Projektwahl unterstützt.

Das Siegerprojekt sieht vor, die Dreifachsporthalle drei Meter in den Boden zu versenken. Kostet das mehr als eine Halle, die auf ebener Erde steht? Marc Bohnenblust verneint. Die gewählte Anordnung der Sporthalle sei nicht nur nicht teurer als die Anordnung auf ebener Erde. Sie weise auch Vorteile auf, schreibt der Informationsbeauftragte von Wattwil. Mit dem teilweisen Versenken könnten Fundationen direkt auf dem tragfähigen Boden abgestützt werden. Auch sei der Fassadenanteil geringer. Weiter könne man Garderoben und Geräteräume unterirdisch anordnen und die Fläche darüber nutzen. Ferner ist es laut Bohnenblust aus spiel- und beleuchtungstechnischen Gründen sinnvoll, dass eine Sporthalle im unteren Teil keine Fenster hat. Auf eine entsprechende Frage bekräftigt der Informationsbeauftragte, dass die Dreifachturnhalle die geforderte Normgrösse von mindestens 40 mal 28 Meter aufweist. Laut den Plänen ragt die Sporthalle 8,70 Meter über den gewachsenen Boden. Als Option erwähnt «Elias» eine Tiefgarage unter dem Allwetterplatz vor der Sporthalle. Sie könnte bis 70 Plätze umfassen. Zu den Kosten kann Marc Bohnenblust noch nichts sagen. Sie seien in den Krediten, die die Wattwiler an der Urne genehmigt haben, nicht enthalten. Auffällig sind die vielen Bäume, die in den Plänen eingezeichnet sind. Die Jury lobt denn auch bei «Elias» das überzeugende Konzept, das sinnvolle Wegnetz und die Begrünung, die zu einer parkähnlichen Aussenraumstimmung führe. Bemängelt werden, dass der Eingang und der Windfang zu klein seien und dass im Parterre die Toiletten fehlten.


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