Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 17. August 2012, 19:42 Uhr

Abfall am Sitterstrand

Zoom

Die Überreste eines Grillnachmittags am Sitterstrand. (Bild: Julian Stiefel)

ST.GALLEN. In den Sommermonaten wird entlang der Sitter oft Abfall liegengelassen. Besonders auf den kleinen Inseln, wo die Leute baden und grillieren, sammelt sich der Müll. Nur selten erwischt die Polizei die Übeltäter.

JULIAN STIEFEL

Julian Stiefel

Den Abfall sieht man manchmal sogar vom Zug aus, der das Sitterviadukt überquert. Flaschen, Plastikverpackungen und Gegenstände aus Metall liegen am Sitterstrand und auf den kleinen «Inseln» im Fluss. Nicht alle Bade- und Partygäste, die sich hier an schönen Tagen und Abenden zum Baden und Grillieren treffen, nehmen ihren Abfall wieder mit.

Grundbesitzer ist verantwortlich

Beim städtischen Entsorgungsamt kennt man das Problem an der Sitter. Im Sommer gebe es an solchen Ausflugszielen oft «ein bisschen Littering», erklärt Armin Huser vom Entsorgungsamt. «Die Leute bräteln am Waldrand und lassen dann ihren Abfall liegen.» Wo dies passiert, ist der jeweilige Grundbesitzer für die Entsorgung des Mülls verantwortlich. Dies ist in der Nähe des Viadukts die SBB, im Fluss der Kanton, an anderen Stellen die Stadt oder die Ortsbürgergemeinde. «Wenn uns Fussgänger auf Abfall an der Sitter aufmerksam machen, melden wir uns beim Grundeigentümer. Manchmal nehmen wir es aber auch gleich selber zusammen», erklärt Huser. Man helfe den Eigentümern bei der Entsorgung von grösseren Abfallbergen. Besonders wenn es um Sondermüll gehe, wie etwa Autobatterien, greife das städtische Entsorgungsamt selber ein. «Regelmässige Räumungsaktionen führen wir an solchen abgelegenen Stellen aber nicht durch. Es kommt aber vor, dass wir spontan auch mal die Abfuhr aufbieten, wenn uns etwas gemeldet wird.» Manchmal würden sich zudem Schulklassen für Räumaktionen melden.

Übeltäter schwer zu fassen

Die St. Galler Stadtpolizei versucht ganz allgemein, Littering auf Stadtboden zu bekämpfen. Dies sei aber eine sehr schwierige Aufgabe, besonders an wenig frequentierten Stellen wie dem Sitterstrand. «Der Täter lässt ja keine Visitenkarte liegen», sagt Jérôme Zaugg von der Medienstelle der Stadtpolizei. Patrouillen seien zwar hin und wieder auch an der Sitter unterwegs, oft sei es aber Zufall, ob man die Übeltäter erwische. «Natürlich greift die Polizeipatrouille ein und spricht mit den Leuten, wenn sie beobachtet, wie Abfall weggeworfen wird», sagt Jérôme Zaugg.

Keine kritische Stelle

Laut Stadtpolizei gibt es in Sachen Littering jedoch kritischere Stellen in der Stadt. «Übermässige Ansammlungen von Abfall» gebe es an der Sitter nicht, sagt Zaugg. Darum werde auch nur unregelmässig kontrolliert. «St. Gallen hat viele Grünflächen. Wir können nicht alles überwachen.» Darum sei es wichtig, dass Passanten solche Ansammlungen der Stadtpolizei melden. Die Polizei trete laut Zaugg vor allem dann in Aktion, wenn es um den Gewässerschutz geht.

Die Entsorgung St. Gallen sowie die Stadtpolizei betonen aber, dass es in der Verantwortung jedes einzelnen liegt, die Natur sauber zu halten. Auf diese Verantwortung mache man die Bevölkerung mit Anti-Littering-Kampagnen aufmerksam.



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
keine

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Tippen & Gewinnen

Ostschweizer Trauerportal

teaser-ROS-trauer

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg