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Tagblatt Online, 2. Juli 2012, 06:02 Uhr

Freude und Frust im St.Galler Stadtzentrum

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Nach dem EM-Finalspiel treffen spanische und italienische Fussballfans am Schibenertor in St.?Gallen aufeinander. (Bild: Reto Voneschen)

ST.GALLEN. Weltweit feierten in der Nacht auf Montag spanische Fussballfans den EM-Titel ihrer Nationalelf. Ihre Hupkonzerte waren auch in St.Gallen bis nach Mitternacht zu hören. Einige Hundert Spanienfans versammelten sich zudem am Schibenertor.

Reto Voneschen

Alles in allem verlief die Freudenfeier der Spanierinnen und Spanier im St.Galler Stadtzentrum bis nach Mitternacht friedlich. Das Grossaufgebot der Stadtpolizei konnte sich daher vor allem darauf konzentrieren den Verkehr zu regeln. Schibenertor und Marktplatz wurden nach einiger Zeit für den Privatverkehr – vor allem wild hupende und Fahnen schwingende Spanienfans mit ihren Autos – gesperrt. Der öffentliche Verkehr wurde durch das Freudenfest nur geringfügig behindert.

Bilderstrecke: Der Final

Ein toller Euro-Final hat einen verdienten Sieger gebracht: Spanien hat seinen Europameistertitel verteidigt. Die Italiener ziehen geschlagen nach Hause. Die Bilder aus Kiew sowie aus europäischen Städten, wo spanische Fans feierten und italienische trauerten. (Bilder: Keystone)


Siegestaumel, Frust, Aggression
Unmittelbar nach Ende des Finalspiels der Spaniern gegen die Italiener versammelten sich auf dem Schibenertor einige Hundert Personen. Neben Spanienfans im Siegestaumel marschierte auch eine grössere Gruppe frustrierter Fans der italienischen «Squadra azzurra» auf. Dazu kamen Einzelpersonen, die offensichtlich keiner der beiden Fangruppen angehörten, aber durch provokatives und aggressives Verhalten oder auch durch Würfe mit Knallkörpern auffielen.

Die Italienfans machten dem Frust über die Niederlage ihrer Mannschaft lautstark und mit vielen kleinen Provokationen gegenüber den Anhängern der spanischen Nationalelf Luft. Zeitweise dominierte diese Gruppe optisch und akustisch das Bild. Einzelne Italiener zeigten sich dabei als schlechte Verlierer und liessen ihre Wut an spanischen Nationalfahnen aus, die sie der Gegenseite abgenommen hatten.


Spanisches Fussballfest
Eine Stunde nach Spielende hatte sich das Bild dann gewandelt: Die Spanienfans hatten massiv Zulauf erhalten. Eine grössere Gruppe marschierte als spontane Freuden-Demo vom Neumarkt ins Stadtzentrum. Irgendwann dominierten dann «Viva España»-Rufe und das spanische Rot-gelb-rot das Bild auf dem Schibenertor. Einzelne Italienfans feierten mit, der grössere Teil von ihnen machte sich auf den Heimweg, während das spanische Freudenfest über einen weiteren EM-Titel seinem Höhepunkt zuging.

Friedlich und anständig
Um Mitternacht zeigte sich ein Sprecher der Stadtpolizei in einer ersten Bilanz befriedigt vom Verlauf des Abends. Die Spanienfans am Schibenertor hätten friedlich gefeiert. Sie hätten zudem Busse, Postautos und Trogener Bahn jederzeit anstandslos passieren lassen. Gravierende Zwischenfälle habe es bis dahin keine gegeben. Allerdings sei der Aufmarsch der Fans im St.Galler Stadtzentrum zahlenmässig erheblich bescheidener gewesen als bei den letzten paar Welt- und Europameisterschaften. Das merkte ein Fussballfan an, der jedes der Freudenfest nach den Finalspielen seit 2004 mitgemacht hatte. In anderen Jahren habe man vor allem auf dem Bohl gefeiert. Dabei sei ziemlich regelmässig der öffentliche Verkehr lahm gelegt worden.

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