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Tagblatt Online, 23. Juli 2012, 07:14 Uhr

Autobahn wird erst 2020 saniert

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Die Sanierung der Stadtautobahn, so auch der Westeingang des Rosenbergtunnels, wird erst in ein paar Jahren durchgeführt. (Bild: Archivbild: Urs Bucher)

ST.GALLEN. Wie der Ausbau der Stadtautobahn steckt auch deren Sanierung noch in der Anfangsphase. Zurzeit wird der Zustand der Autobahn untersucht, mit den Arbeiten dürfte 2020 begonnen werden. Synergien mit dem Ausbau werden keine erwartet.

TOBIAS HÄNNi

Die Zukunft der Stadtautobahn bewegt die Gemüter. Das liegt nicht nur am Vorschlag des Bundesamts für Strassen (Astra) zur Entlastung der A1 – eine dritte Röhre durch den Rosenberg und eine Teilspange im Stadtzentrum. Auch die Pläne des Astra zur Sanierung der 25 Jahre alten Autobahn interessieren. So wollen die Stadtparlamentarier Thomas Meyer und Daniel Stauffacher in einer Interpellation wissen, wie die Sanierung ablaufen wird, welche Vorbereitungen die Stadt trifft und ob es Synergien mit dem geplanten Ausbau geben wird (Tagblatt vom 7. Juli). Dass der Stadtrat auf diese Fragen konkrete Antworten liefern kann, ist unwahrscheinlich. Denn nicht einmal das Astra kann zum jetzigen Zeitpunkt genaue Angaben zu Umfang und Ablauf der Sanierung machen.

Projekt gerade erst gestartet

«Im Moment läuft die allererste Phase, in der wir das generelle Erhaltungskonzept erstellen», sagt Marcel Berger, Bereichsleiter Support bei der Astra-Filiale in Winterthur. In diesem ersten Schritt wird der Zustand der Autobahn erhoben. Unter der Federführung des Astra untersucht ein Team aus ungefähr «20 kleineren und grösseren Ingenieurbüros und Spezialisten» Kunstbauten wie Brücken, Viadukte und Tunnels, aber auch den Strassenbelag, Lüftungssysteme und elektronische Installationen.

Es gibt kein Patentrezept

Diese erste Projektierungsphase braucht Zeit. «Damit sind wir sicher noch dieses und das ganze nächste Jahr beschäftigt» sagt Berger. Die Zustandsanalyse gehe sehr tief, gleichzeitig würden Überlegungen angestellt, wie die Sanierung am besten durchgeführt werden könne. «Wir zeigen verschiedene organisatorische und technische Möglichkeiten auf.» Zum Beispiel, ob die Sanierung nur nachts und an den Wochenenden durchgeführt werde. Oder wie und in welchem Umfang die Autobahn gesperrt werden müsse. Ein Patentrezept, das bereits jetzt erste Aussagen über den Ablauf der Sanierung erlauben würde, gibt es laut Berger nicht. «Das ist sehr an die lokalen Begebenheiten gebunden.» Da im Moment noch nicht einmal klar sei, was in St. Gallen alles saniert werden müsse, könne dazu noch überhaupt nichts gesagt werden.

Ist das Erhaltungskonzept fertiggestellt, wird es der zuständigen Stelle im Astra zur Genehmigung vorgelegt. Dann entscheidet sich, was aus «dem Strauss an Massnahmen» umgesetzt wird. «Hier spielen diverse Faktoren hinein, nicht zuletzt die Kosten», sagt Berger. Dass die Sanierung «etwa 600 Millionen Franken» kosten wird, wie in der Interpellation erwähnt, kann Berger nicht bestätigen. «Das Projekt ist in einer viel zu frühen Phase, um die Kosten abschätzen zu können.»

Ausbau nicht vor 2030

Von einem baldigen Beginn der Sanierung kann keine Rede sein. «Die Hauptarbeiten beginnen nicht vor 2020», sagt Berger. Die Autobahn sei nicht in einem solch schlechten Zustand, dass die Sanierung vorher durchgeführt werden müsse. «Ausserdem bleiben wir in der Zwischenzeit ja nicht untätig.» Der normale Turnus an Inspektionen, betrieblichen Unterhaltsarbeiten und Instandsetzungen werde bis zur Sanierung fortgeführt.

Dass diese gleichzeitig mit dem Ausbau der Stadtautobahn erfolgen wird und so Baukosten eingespart werden können, ist unwahrscheinlich. «Natürlich nutzen wir gerne Synergien. Doch die Erweiterung hat einen anderen Zeithorizont», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Zunächst müsse das Parlament dem St. Galler Projekt Geld zusprechen. Das geschehe nicht vor 2014. Danach folge das ganze Planungs- und Vergabeverfahren. «Der Ausbau erfolgt darum nicht vor 2030.»



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
stargate (23. Juli 2012, 08:38)
Das kommt gut

Ab 2020 soll der Gotthard Tunnel saniert, respektive gesperrt werden. Und dann fährt sicher ein nicht unerheblicher Teil des Nord-Süd Verkehrs auch in St. Gallen vorbei. Und wenn dann genau zu diesem Zeitpunkt hin die Stadtautobahn zur Baustelle wird, haben wir das Chaos.

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