Stadt zahlt 2,8 Millionen Franken an Sanierung der Mühleggbahn

ST.GEORGEN ⋅ Das Stadtparlament hat den Betrag von 2,8 Millionen Franken für die Sanierung der Mühleggbahn gutgeheissen. Zudem zeichnet die Stadt weitere Aktien der Bahn.
06. Dezember 2017, 05:22
Elisabeth Reisp

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp@tagblatt.ch

Selten sind sich die Parlamentarier durch alle Fraktionen hindurch so einig, wie wenn es um das Mühleggbähnli geht. Mit 63 zu null Stimmen haben sie dem Antrag des Stadtrates einen Beitrag von 2,8 Millionen an die Sanierung des Bähnlis zu leisten, ohne Enthaltung zugestimmt. Da konnte sich selbst Stadtrat Peter Jans, als Direktor der Technischen Betriebe zuständig für das Geschäft, ein Lächlen nicht verkneifen. Es habe Seltenheitswert, wie locker das Parlament einen Millionenbeitrag gutheisst, sagte Jans.

«Ein lieb gewonnener Anachronismus»

Und «locker» ging das Traktandum tatsächlich über die Bühne. Ein Haar in der Suppe hat für einmal keine der Fraktionen gefunden oder finden wollen. Gerade so, dass sich Etrit Hasler als Sprecher der SP/Juso/PFG-Fraktion, jener Fraktion, die sonst immer vehement ÖV und Langsamverkehr verteidigt, verpflichtet fühlte, auf die Nachteile der Bahn hinzuweisen. Die Mühleggbahn sei ein – wenn auch ein lieb gewonnener – Anachronismus. Besonders die Talstation sei mehr schlecht als recht ans ÖV-Netz erschlossen. Er könne durchaus nachvollziehen, dass man beim Kanton die Nase rümpfte, als der Antrag für einen kantonalen Beitrag an die Sanierung gestellt worden sei. «Doch gemäss unserer Topografie brauchen wir diese Bahn», sagte Hasler. Mehr noch: «Man hätte vor 100 Jahren nicht aufhören sollen, solche Bahnen in der Stadt zu bauen.»

Die Vorlage, über die das Stadtparlament entschied, enthielt die Beschlüsse, dass die Sanierung des Mühleggbahn mit einem Betrag von maximal 2,8 Millionen Franken unterstützt und ein entsprechender Verpflichtungskredit zu Lasten des Finanzvermögens erteilt wird. Davon werden maximal 250000 Franken zur Zeichnung weiterer Aktien der Mühleggbahn AG im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung eingesetzt. Aufgrund der Höhe des Beitrages untersteht dieser Beschluss dem fakultativen Referendum.

Ein breiterer Tunnel und eine neue Kabine

Seit 1893 transportiert die Mühleggbahn Gäste von der südlichen Altstadt hinauf nach St. Georgen. In dieser Zeit erfuhr sie mehrere Veränderungen und Erneuerungen. Seit den 1970er-Jahren fährt die einst bediente Zahnradbahn vollautomatisch als Standseilbahn mit Windenantrieb.

Im Rahmen der ordentlichen Jahresrevision wurde vom untersuchenden Ingenieurbüro empfohlen, den Tunnel einer detaillierten Prüfung zu unterziehen. Als dann 2014 auch noch ein Schaden am Tunnel entstand, wurde eine Studie mit verschiedenen Sanierungsvarianten in Auftrag gegeben. Nun ist geplant, den Tunnel mit einer Schale von innen zu verstärken sowie etwas zu verbreitern.

Da auch die Kabine zahlreiche altersbedingten Mängel aufweist, wird sie durch eine neue ersetzt. Die jetzige Kabine instand zustellen, sei gemäss stadträtlicher Vorlage nicht mehr angezeigt. Zudem könne mit einer neuen, grösseren Kabine den Kundenanforderungen für die nächsten Jahrzehnte besser gerecht werden.


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