Kurzstrecken gestrichen

ÖV ⋅ Ab dem 10. Dezember gelten Kurzstrecken-Tickets in den VBSG-Bussen nur noch bis an die Stadtgrenze. Gaiserwald und Mörschwil bleiben auf der Strecke.
06. Dezember 2017, 05:22
Adrian Lemmenmeier

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Wer mit dem Bus von der Haltestelle Russen zum Säntispark fährt, darf ab dem 10. Dezember dafür kein Kurzstrecken-Ticket mehr lösen. Dies, obwohl nur drei Haltestellen dazwischen liegen und der Kurzstreckentarif eigentlich für fünf Haltestellen gilt. Die Fahrt kostet somit 3,20 statt 2,40 Franken (ohne Halbtax). Der Grund dafür ist eine Änderung beim Tarifverbund Ostwind: Der Kurzstreckentarif wird auf die Zone 210 – also aufs Stadtgebiet – beschränkt. Ungeachtet dessen, dass zwei Buslinien über die politische Grenze der Stadt hinausgehen: die Strecke nach Abtwil und jene nach Mörschwil.

Die Übergangsfrist ist vorbei

«Diese Tarifänderung ist eine Anpassung an die Aufteilung der Zonen 210 und 211 aus dem Jahr 2014», sagt Werner Thurnheer, Geschäftsführer des Tarifverbundes Ostwind. Damals teilte man die städtische Tarifzone in eine Kern- und eine Ringzone, die heutige Zone 210. Von 2014 bis jetzt habe eine Übergangsfrist gegolten. Ab dem 10. Dezember muss man sich nun überlegen, welche Haltestellen noch zur Stadt gehören und welche nicht, wenn man auf den Linien 7 oder 11 unterwegs ist. Wird das Busfahren dadurch unnötig kompliziert? Thurnheer winkt ab: «Man kann in jedem Bus seine Zielhaltestelle im Automaten eingeben. Dann sieht man, ob ein Kurzstrecken-Ticket ausreicht oder nicht.»

Kein Schnellkurs am Mittag

Für die Gemeinde Gaiserwald ist der Wegfall der Kurzstreckentarife nicht die einzige Änderung, die der Fahrplanwechsel vom 10. Dezember bringt. Auch eine Schnellverbindung von Abtwil an den St. Galler Bahnhof wird abgeschafft, jene um 13.23 Uhr. Der Grund ist gemäss den VBSG die fehlende Nachfrage. Die restlichen Schnellkurse auf der Linie 7 bleiben bestehen.

Boris Tschirky, Präsident von Gaiserwald, bedauert, dass die Kurzstrecken in seiner Gemeinde wegfallen. Allerdings sei absehbar gewesen, dass die Kurzstrecken in der Agglomeration als Folge der Zonenänderung aufgehoben würden. Auch die Aufhebung eines Schnellkurses am Mittag sei ein richtiger Entscheid. «13.23 Uhr ist einfach zu spät, um eine adäquate Frequentierung zu erreichen. Dann fahren die klassischen Pendler nicht mehr in die Stadt.»

Die wirklich entscheidende verkehrspolitische Änderung stünde Gaiserwald erst bevor. Gemeint ist die geplante Schnellverbindung von Gaiserwald über die Spisegg an den St. Galler Bahnhof. «Hier sind die Verhandlungen zwischen Stadt, Kanton und der Gemeinde Gaiserwald im Gang», sagt Tschirky.


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