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Tagblatt Online, 01. Februar 2012 08:27:00

Schulkinder werden zu Politikern

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Die Steinacher 5.-Klässler und Primarlehrer Remo Gehrig präsentieren ihre Ideen und Meinungen zum Thema Kinderrecht. (Bild: Martina Luterbacher)

STEINACH. Die Steinacher Fünftklässler möchten das Leben im Dorf verbessern und gleichzeitig kindergerechter machen. Ihre Vorschläge überprüfte der Gemeindepräsident persönlich – einige Wünsche bleiben allerdings noch offen.

MARTINA LUTERBACHER

Die Stimmung im Schulzimmer ist ruhig und konzentriert. In den vergangenen Wochen tauchten die Fünftklässler in eine Welt ein, die vielen anderen Kindern verwehrt bleibt: Sie konnten in politischen Angelegenheiten mitreden.

«Auch Kinder dürfen ihre Wünsche und Bedürfnisse äussern», sagt Primarlehrer Remo Gehrig, der mit seinen Schülern das Thema Kinderrechte behandelte. Im Unterricht sammelten die Fünftklässler Ideen, was in Steinach verbessert oder verändert werden könnte – oder was die Gemeinde kindergerechter machen würde.

Der Präsident auf Schulbesuch

Einige Rundgänge durch das Dorf inspirierten die Schüler zu Verbesserungsvorschlägen. Die wichtigsten davon reichten sie dem Gemeindepräsidenten Roland Brändli schriftlich ein – wie zum Beispiel den Bau eines Wartehäuschens bei der Postautohaltestelle Säntisstrasse oder die Realisierung eines Sprungturms im Seebad.

Roland Brändlis Antwort auf die Anliegen der Schüler liess nicht lange auf sich warten: Der Gemeindepräsident besuchte kurzum die Klasse persönlich. «Er war zwei Lektionen da und hat mit uns jede Idee besprochen», sagt Remo Gehrig.

Realität und Träume

Während seines Schulbesuchs zeigte Roland Brändli auf, dass bis vor rund 20 Jahren das Seebad über einen Sprungturm verfügte. Dieser war aber meistens abgesperrt, da der Wasserstand zu tief und somit die Benutzung zu gefährlich war. In Zukunft wird demnach kein Sprungturm im Seebad stehen. Allerdings versprach Brändli, andere Spielmöglichkeiten – zum Beispiel einen schwimmenden Baumstamm – wieder in die Diskussion im Gemeinderat aufzunehmen. Auch das Wartehäuschen soll bei der Verlegung der Haltestelle Säntisstrasse realisiert werden.

Brändli zieht nach seinem Besuch ein positives Fazit: «Es war schön, wieder einmal glänzende Kinderaugen zu sehen», sagt der ehemalige Sportlehrer.

Noch ist das Thema Kinderrechte in der fünften Klasse nicht abgeschlossen. «Wir planen ein kleines Konzert im Schulhaus», sagt Remo Gehrig. Die Einnahmen aus den Kollekten spenden sie an ein Kinderhilfswerk.

Ideen sind bei den Steinacher Fünftklässlern zahlreiche vorhanden. Neben den realistischen Vorschlägen, bleiben aber auch die kühnen Träume, die sich nicht ohne weiteres verwirklichen lassen. Auf die Frage nach einem Wunsch für Steinach, zögert selbst der Gemeindepräsident nicht lange mit seiner Antwort.





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