Eine Insel für Fussgänger

GOLDACH ⋅ An der Sulzstrasse entsteht eine provisorische Fussgängerinsel. Diese soll verhindern, dass Autos bei Stau die Kolonne überholen. Eine langfristige Lösung ist während der Umsetzung der Zentrumsentwicklung geplant.
30. November 2017, 06:56
Arcangelo Balsamo

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arcangelo.balsamo

@tagblatt.ch

Stau vor der geschlossenen Barriere beim Dorfplatzkreisel in Goldach gehört zum Alltag zahlreicher Autofahrer der Region. Oft trifft dieser auch Verkehrsteilnehmer, die gar nicht über die Gleise wollen. Diese stehen dann unter anderem in der Sulzstrasse und müssen sich gedulden. Vielen Autofahrern ist dies zu blöd und sie überholen die Kolonne auf der Gegenfahrbahn. «Obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist», sagt Ralph Gerschwiler, der Gemeindeingenieur Goldachs.

Das Fehlverhalten birgt nicht nur Gefahren für die Autofahrer selbst, sondern vor allem auch für die Fussgänger, welche die Strasse beim Fussgängerstreifen überqueren möchten. Das Problem ist nicht nur der Gemeinde bekannt, sondern fiel auch dem Kanton während seiner Analyse zur Sicherheit der Fussgängerstreifens auf. «Um die Sicherheit der Fussgänger an der Stelle zeitnah zu verbessern, wird eine provisorische Fussgängerinsel errichtet. Die Fahrbahn und der Abschluss zum Gehweg werden ebenfalls provisorisch ausgeführt», sagt Roger Derungs, stellvertretender Strassenkreisinspektor St. Gallen. Der Kanton hat dem Gemeinderat ein entsprechendes Projekt vorgelegt. Dieser hat das Vorhaben abgesegnet. Die Kosten von 91000 Franken werden geteilt. 65 Prozent übernimmt der Kanton. Der Rest wird von der Gemeinde finanziert.

Kinder werden schneller gesehen

«Die provisorische Mittelinsel wird mit Schrauben befestigt und kann wieder entfernt werden», erklärt Derungs. Angebracht wird sie voraussichtlich, wenn die Umgebungsarbeiten des Neubaus der Suva im Gange seien, sagt er. «Vorbehältlich Verzögerungen im Verfahren oder Einsprachen wird dies im Frühling der Fall sein», so Derungs. Vor und nach der Insel sind markierte Sperrflächen eingeplant.

Die Insel soll verhindern, dass Autofahrer weiterhin die Kolonne überholen. «Mit der Änderung fährt man bei einem Überholmanöver noch länger auf der Gegenfahrbahn», sagt Gerschwiler. Besonders wichtig sei ihm aber, dass mit der Lösung Kinder schneller gesehen werden. «Bisher hatten sie bis zur Mitte der Strasse Schutz von der Autokolonne. Auf der Gegenfahrbahn waren sie jedoch ungeschützt und wurden erst sehr spät gesehen. Mit der Insel tauchen sie nicht mehr so unvermittelt auf», so der Gemeindeingenieur.

Dass lediglich ein Provisorium entsteht, hängt mit der Zentrumsentwicklung der Gemeinde zusammen. Diese sieht vor, dass die Sulzstrasse um eine Fahrspur und somit auf drei erweitert wird. «Es macht keinen Sinn, jetzt eine langfristige Lösung zu installieren, da man noch nicht genau weiss, wie sich die Sache vor Ort entwickeln wird. Ausserdem wurde das Projekt angegangen, bevor die Bevölkerung am letzten Wochenende zu den Baukrediten Ja gesagt hat», sagt Derungs.

Gerschwiler sagt ebenfalls, dass es derzeit vor allem darum gehe möglichst rasch die Sicherheit der Fussgänger zu verbessern. Dies sei mit dem Provisorium gewährleistet. Eine langfristige Lösung werde dann umgesetzt, wenn die dritte Fahrspur erstellt wurde. «Geplant ist, dass es danach zwei Fussgängerinseln an der Stelle geben wird», sagt Gerschwiler.


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