«Die Jugend ist mir wichtig»

KANTONSRAT ⋅ Nach Jacqueline Schneiders Rücktritt im August ist Andrea Schöb nachgerückt. Die neue SP-Kantonsrätin aus Staad über ihren ersten Sessionstag und ihre Ziele.
29. November 2017, 07:14
Max Tinner

Max Tinner

Frau Schön, es war ihr erster Tag als Kantonsrätin: Aufgeregt?

Besonders aufgeregt war ich eigentlich nicht – etwas nervös geworden bin ich erst, als ich vor der Vereidigung meinen Mann auf der Zuschauertribüne sah.

Welches sind Ihre ersten Eindrücke vom Ratsbetrieb?

Nach dem, was man mir erzählt hatte, habe ich mir den Ratsbetrieb hektischer vorgestellt. Es ist zwar nicht gerade ruhig im Saal, aber doch weniger lärmig, als ich gedacht hatte.

Ihre Vorgängerin Jacqueline Schneider ist im August per sofort zurückgetreten. Weshalb haben Sie ihre Nachfolge nicht schon in der Septembersession angetreten?

Wir hatten unsere Familienferien schon lange im Voraus auf den Herbst gebucht. Weil es heuer unsere einzigen Ferien waren, wollte ich diese Zeit mit meiner Familie verbringen. Darum trete ich das Amt erst jetzt an.

Als Staaderin gehören Sie dem Wahlkreis Rorschach an und wurden auch in diesem gewählt. Früher gehörte die Gemeinde Thal zum Wahlkreis Rheintal. Wie ist Ihr Verhältnis zum Rheintal? Sehen Sie sich eher als Seemeitli oder als Ribelbuuch?

Weil ich in Goldach aufgewachsen bin, bin ich schon etwas mehr Seemeitli. Aber ich lebe seit 24 Jahren in Staad und bin darum stark gegen das Rheintal orientiert, nicht zuletzt durch die Feuerwehr, in der ich viele Jahre Dienst leistete. Wahrscheinlich wäre es für mich deshalb sogar vorteilhafter gewesen, hätte ich im Wahlkreis Rheintal antreten können. Um auf die Frage zu meinem Verhältnis zum Rheintal zurückzukommen: Ich stehe mit einem Bein im Wahlkreis Rorschach und mit dem andern im Rheintal.

Sie haben Militärdienst geleistet und in der Feuerwehr Karriere gemacht. Sehen Sie sich als Vorbild für die Frauen?

Nein. Ich motiviere Frauen zwar, solches auch zu tun, aber nur, wenn es für sie stimmt. Ich hab’s getan, weil es mich interessiert hat. Diesbezüglich war ich ein verkappter Bub.

Ist eine Frau, die Militär- und Feuerwehrdienst geleistet hat, in der SP richtig? Wär sie nicht eher in der SVP daheim?

Ich gehöre definitiv in die SP. Ich setze mich ein für die Leute, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Der soziale Gedanke ist mir wichtig – allerdings liegt mir daran, auch die wirtschaftlichen Aspekte nicht ausser Acht zu lassen. Im Smartvote-Spider liege ich links der Mitte. Ausser bezüglich Sicherheitsfragen; da liege ich rechts.

Als Feuerwehrinstruktorin werden sie unter Umständen gelegentlich in einer Runde sitzen, die eher mit der SVP sympathisiert. Ecken Sie dann mit Ihrer Meinung an?

Die SP eckt immer an. Es kommt aber immer darauf an, wie man miteinander redet. Ich lege jeweils meinen Standpunkt dar. Was jemand mit meinen Argumenten macht, bleibt ihm überlassen. Seine Meinung macht jeder für sich selbst.

Wofür wollen Sie sich im Kantonsrat stark machen?

Die Jugend ist mir sehr wichtig – für sie tue ich auch vieles in meiner Freizeit. Mir liegen aber auch Altersfragen am Herzen. Ich bin darum auch der parlamentarischen Interessengemeinschaft Alter beigetreten. Auch die Natur und die Umwelt interessieren mich. Und natürlich die Sicherheit.

Haben Sie in Ihrer Fraktion schon erste Aufgaben oder Aufträge gefasst?

Bis nach dieser ersten Session geniesse ich noch ein wenig Immunität. Ich freue mich aber auf die neuen Aufgaben, die auf mich zukommen.


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