Der heilige Otmar als Anstifter

JUBILÄUM ⋅ 2019 feiert die Gemeinde Steinach ihr 1250-jähriges Bestehen. An einer Infoveranstaltung werden die ersten Ideen präsentiert, wie man den Anlass feiern möchte. Anwesend ist auch ein toter Abt.
23. November 2017, 07:44
Arcangelo Balsamo

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@tagblatt.ch

Im Jahr 769 nach Christus wird Steinach erstmals in den Geschichtsbüchern erwähnt. Klostergeistliche holten damals den Leichnam des Abtes Otmar auf der Insel Werd bei Stein am Rhein und brachten diesen mit dem Schiff nach Steinach. Von dort brachten sie ihn nach St.Gallen. Zu Beginn der Infoveranstaltung im Theorieraum des Feuerwehrdepots in Steinach trat am Dienstag der erste Abt des Klosters St.Gallen vor dem 70-köpfigen Publikum ins blaue Scheinwerferlicht und erzählte aus der Geschichte des Dorfes.

In die Rolle des toten Abtes schlüpfte Oliver Kühn. Der Schauspieler gründete 1994 «Ostschweizer Theater Jetzt» und produziert seither Theaterstücke mit Laien. Eine solche Produktion ist auch für das 1250-Jahr-Jubiläum in Steinach geplant. Das Musikalische Festspiel soll am 10. August 2019 erstmals aufgeführt und bis zum 8. September 14-mal gespielt werden. Die Bühne soll beim Gredhaus stehen. Mit dem Schreiben des Theaterstücks ist derzeit Autor Paul Steinmann beschäftigt. «Es wird mit Sicherheit auf Schweizerdeutsch sein», sagt er am Infoanlass. Geprägt wird das Stück von Ereignissen aus der Geschichte Steinachs. «Es ist das Teilprojekt, das auch Leute aus den Nachbarsgemeinden anziehen soll und das einzige der drei, das in dieser Form bereits fix geplant ist», erklärt Paul Gruber, der das Projekt begleitet.

Ideen von Vereinen und Bürgern gefordert

Die zwei weiteren Teilprojekte sind für die Bewohner und die Vereine des Dorfes gedacht. Im Teilprojekt «Steinach Vereint», sollen Vereine und Gruppierungen die Möglichkeit haben, sich aktiv am Jubiläum zu beteiligen und sich zu präsentieren. Eine der möglichen Ideen ist eine Vereinsgala, bei der die Vereine ihre Talente zeigen.

«Es ist euer Fest. Umso wichtiger ist es, dass ihr uns sagt, was ihr möchtet und was die Interessen des Dorfes sind», sagt Kühn. Dies sei auch der Grund der Infoveranstaltung, erklärt der Historiker Achim Schäfer am Ende des Abends: «Wir wollten euch heute anhand der Ideen mit dem Virus anstecken und wollen, dass ihr euch Gedanken dazu macht. Das ist der ganze Zweck der Sache.» Um Ideen aufzuschreiben, erhalten die Teilnehmer ein Formular, das sie bis Ende Januar ausfüllen und einreichen können.

Der dritte Teil «12,50 Geschichten» solle etwas Bleibendes schaffen, erklärt Schäfer. Eine Option sei das Verfassen einer Chronik. Ob diese text- oder bildlastig werde, sei offen. «Ich fände beispielsweise ein Bilderbuch zur Geschichte des Dorfes sehr schön», sagt Gemeindepräsident Roland Brändli. Auch er betont, dass es derzeit darum gehe, Ideen zu sammeln.

Neben der Präsentation des Grundkonzeptes geht es an der Veranstaltung auch ums Budget. Der Gemeindepräsident erklärt, dass sich dieses nach Abzug der budgetierten Sponsoren- und Stiftungsbeiträge auf 250000 Franken belaufe. «125000 Franken davon werden mit einem Kulturfonds gedeckt. Dieser wurde vom alten Gemeinderat eingerichtet und steht uns zur Verfügung. Die restlichen 1250 Hunderternoten müssten wir noch selber stemmen.» Da er sich ziemlich sicher sei, dass wohl keiner in der Gemeinde das Jubiläum nicht feiern wolle, gebe es keinen Plan B. Ob sein Optimismus und jener der Arbeitsgruppe berechtigt sind, wird sich im März an der Bürgerversammlung zeigen. Dann wird entschieden, ob das Budget genehmigt wird.


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