Betonieren statt turnen

HORN ⋅ Seit Frühling wird die Doppelturnhalle saniert und mit einer Mehrzweckbühne erweitert. Die neue Halle soll im Herbst 2018 einzugsbereit sein. Sofern die Kälte den Arbeitern keinen Strich durch die Rechnung macht.
22. November 2017, 07:37
Perrine Woodtli

Perrine Woodtli

redaktionot

@tagblatt.ch

Der Boden ist nass und schlammig. Der kühle Wind zieht durch die offenen Räume. In der einen Ecke wird gebohrt, in der anderen betoniert. In der Turnhalle in Horn sind die Bauarbeiten im vollen Gange. Nachdem das Bauprojekt ein Jahr lang wegen einer Beschwerde gegen eine Arbeitsvergabe verzögert wurde, konnten die Arbeiten im Mai endlich beginnen. Die Doppelturnhalle wird für 7,9 Millionen totalsaniert und mit einer Mehrzweckbühne ergänzt. Ursprünglich sollte die Halle im vergangenen Sommer fertig sein. Der Einzugstermin musste aber in die Herbstferien 2018 verschoben werden.

Christoph Egli von der Baukommission ist zuversichtlich, dass der neue Termin realistisch ist. «Die Arbeiten gehen gut voran und wir befinden uns im Zeitplan.» Jedoch hänge dieser stark von der Witterung ab. Ziel ist es, dass die Betonarbeiten noch vor dem Kälteeinbruch abgeschlossen werden. «Dann könnten die Arbeiter die Halle zumachen und während dem Winter im Inneren weiterarbeiten», erklärt Egli. Kommen die kalten Temperaturen zu früh, müsste allenfalls ein Baustopp eingelegt werden.

Eine Bühne für alle

Von der Turnhalle ist derzeit nicht mehr viel erkennbar. Das Gebäude aus den späten Sechzigerjahren wurde bis auf den Rohbau zurückgebaut. Weil die Halle über eine gute Bausubstanz verfügt, wurde auf einen Neubau verzichtet. Eine Totalsanierung sei aber anspruchsvoller, sagt Egli. Als Erstes musste die komplette Turnhalle «ausgehöhlt» werden. Überraschungen seien bei solchen Übungen vorprogrammiert, da die Bestandspläne häufig nicht mit der realen Situation übereinstimmen würden. «Die Arbeiter stiessen unter anderem auf Kanalisationsleitungen, die nirgends eingezeichnet waren», sagt Egli. Solche unvorhersehbaren Arbeiten seien jedoch im Baukredit einberechnet. «Für Unvorhersehbares haben wir rund 450000 Franken eingeplant. Dieses Budget werden wir wohl ausschöpfen.»

Auch wenn die Turnhalle derzeit eine einzige Baustelle ist, sind die Grundrisse der neuen Halle bereits zu erkennen. Der Eingangsbereich wirkt offener. Im Inneren der Halle werden derzeit die neuen Fenster montiert. Sie sind grösser und moderner und sollen die Turnhalle mit mehr Licht durchfluten.

Eine Herausforderung war der neue Bühnenanbau. Um die Bühne anzubauen, musste erst eine riesige Öffnung aus der Nordwand der Turnhalle herausgearbeitet werden. «Das hat die Arbeiter dann doch einige Schweissperlen gekostet», sagt Egli. «Immerhin trägt diese Wand die Halle.» Hinter der Öffnung wird nun die Bühne angebaut. Zur Bühne gibt es einen separaten Eingang sowie eine Anlieferungsrampe. Weiter ist die Bühne direkt an einen Kulissenraum angeschlossen. Schulpräsidentin Margrit Schrepfer betont, dass es sich um eine Mehrzweckbühne handelt. «Sie soll für Schulveranstaltungen, kulturelle Anlässe sowie für die Schüler als zusätzlicher Raum zur Verfügung stehen», sagt Schrepfer.

Nebst Hauswartwohnung, Garderoben, Sanitäranlagen, einer Küche sowie drei Geräteräumen gibt es neu einen Mehrzwecksaal mit einer kleinen Einbauküche im Untergeschoss. Der Saal soll gemäss Schrepfer als Sitzungszimmer für die Lehrer dienen. Weiter kann der Raum für private Anlässe gemietet werden.

Bis es aber so weit ist, müssen sich die Horner noch gedulden. Die Schüler turnen noch bis zu den Sommerferien in Mörschwil, Tübach und Steinach. Für die Wochen zwischen Sommer- und Herbstferien hofft Schrepfer auf schönes Wetter, so dass die Kinder draussen turnen können. Sie ist dankbar für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. «Es ist toll, wie die Gemeinden uns helfen.»


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