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Tagblatt Online, 18. Juni 2012, 01:08 Uhr

XXXL oder Knusperli

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Niklaus Bucher: «Ich hab sie noch immer gerne, die Knusperli.» (Bild: Bilder: Samuel Tanner)

Am Wochenende war in Diepoldsau und Marbach Kilbi. Der Unterschied zwischen den beiden Festen zeigte sich beim Essen – hier XXL-Pommes, da Fischknusperli.

SAMUEL TANNER

Die Diepoldsauer Kilbi ist eine der grössten und seit diesem Jahr gibt es endlich die passende Imbissbude dazu: POMMES-CHEF. Offeriert werden flämische XXL-Pommes-Frites sowie spiralförmige Kartoffelchips. – Und ganz wichtig: Zwölf verschiedene Saucen. Salsa, Tartare, Barbecue.

Der Wagen passt zu den Frites: knallige Farben, hundert Blinker, eine grosse Schrift. An einer Wand lehnt Romuald Maier, 52. Er sagt: «Eigentlich war da noch ein X. Vorher hiess es XXXL-Pommes. Nur: Das konnten die Leute nicht aussprechen.» Jetzt heisst es halt XXL. Romuald Maier gehört der Wagen, gekauft für eine Achterbahn, die er abgestossen hat. Diepoldsau ist erst die vierte Station. Maier hat in 36 Jahren als Aussteller schon viele Trends kommen und gehen sehen – der POMMES-CHEF sei der neueste. «Die Leute wollen heute alles selber auswählen, etwa in Sachen Sauce», sagt Romuald Meier. Läuft es gut, gehen einige hundert Kilo Kartoffeln pro Tag über den Tisch.

Harry Hasler aus den Boxen

Auf jeden Fall alles gibt Maiers Marktschreier. Er posaunt: «Grosse Portione, do!» Im Hintergrund, beim grossen Karussell, ruft Harry Hasler aus den Boxen: «Jetzt aber Vollgas, du!»

Niklaus Bucher, 54, ist im Knusperli-Zelt der Marbacher Männerriege weit weg von XXL. Er verkauft Fischknusperli und führt die Helfer aus seiner Riege – seit zwanzig Jahren.

«Das spezielle Söseli»

Damals besuchten Bucher und seine Kollegen das Turnfest in Rorschacherberg. Und da kamen sie erstmals auf die Idee, an der Kilbi ein Knusperli-Zelt aufzustellen. «Wir hätten nie gedacht, dass wir die Aktion so viele Jahre später immer noch durchführen», sagt Bucher. In den Anfängen verkauften die Männer ihre Fischknusperli in einer Garage, mittlerweile haben sie ein eigenes Zelt. Bucher: «Die Leute kommen teilweise von auswärts – nur wegen den Knusperli.» Und diese sind stets frisch zubereitet. «Am Samstag schwammen sie noch im Bodensee.» Wenn es gut läuft, verkauft die Männerriege jährlich vierhundert Portionen. Und ihr Chefverkäufer, hat er sie nach zwanzig Jahren noch immer gern? «Ja, klar!»

Eine Parallele zu den XXL-Kollegen in Diepoldsau gibt es dann doch noch. Nach dem Erfolgsrezept der Marbacher Knusperli gefragt, sagt Niklaus Bucher sofort: «Das spezielle Söseli.» In Marbach gibt es keine zwölf Saucen. Die eine reiche völlig.



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