Neugestaltung des Friedhofs soll Leben und Tod mehr verbinden

HEERBRUGG ⋅ Im nächsten Jahr wird der Friedhof saniert. Die Granitplatten werden neu verlegt und die Rampen weniger steil angelegt. Weiter erhält der Ort des Abschieds und der Trauer einen parkähnlichen Charakter.
07. Dezember 2017, 05:20
Monika von der Linden

Monika von der Linden

Wenn die Kirchen im nächsten Jahr die Feiern zum Totengedenken halten, soll die Neugestaltung des Friedhofs Heerbrugg abgeschlossen sein. Die Gemeinde Au plant, das Vorhaben bis Allerheiligen umgesetzt zu haben. Im August hatte sie nach zweijähriger Bau- und Planungszeit bereits den Friedhof in Au fertiggestellt.

Zur Erarbeitung des nun vorliegenden Planes hatte die Gemeinde eine Projektgruppe gegründet, die sich aus Vertretern der politischen Gemeinde, beider Kirchgemeinden und des Planungsbüros Alge Landschaftsarchitekten Widnau zusammensetzt. Dieses Gremium legte die gestalterische und betriebliche Entwicklung der Ruhestätte fest: Der Friedhof wird generell offener und übersichtlicher; die Wege können auch von Menschen mit Rollator oder Rollstuhl komfortabel benutzt werden.

Breite Treppe beim Abdankungsplatz

Der Platz vor der Abdankungshalle ist nach hinten durch eine Mauer beschränkt. Versammelt sich dort eine grosse Trauergemeinde, ist der Platz so eng, dass viele Leute auf den oberen Teil des Friedhofs ausweichen. «Wie von einer Bühne schauen sie auf das Geschehen hinunter», sagt Nik Alge. Die Mauer wird nun abgerissen und durch eine breite Treppe ersetzt. «Sie schafft einen Bezug zwischen der Halle und der höher gelegenen Gräberfläche.»

Eine weitere Auflockerung entsteht durch die neue Anordnung der Hecken und Sträucher. Eine mehr als zwei Meter hohe Hecke trennt heute die Anlage in ungleiche Teile. Die neuen Pflanzen werden so platziert, dass der Blick des Friedhofbesuchers weiter reicht als heute. «Ein Friedhof ist auch ein Erholungsgebiet, ein Parkersatz mit Sitzgelegenheiten», sagt Nik Alge. Er habe auf dem umgestalteten Widnauer Friedhof einmal eine ein Buch lesende Frau beobachtet. «Das war ein schönes Bild. Tod und Leben werden weniger getrennt.»

Granitplatten auf Hauptwegen neu verlegen

Einen ausgewiesenen Sanierungsbedarf haben die Hauptwege. Sie sind aus grossen, unregelmässigen Granitplatten gelegt, die sich im Winter bis zu 10 Zentimeter heben. Um die Stolper­gefahr zu dämmen, und damit die Platten wieder satt liegen, wird der Unterbau des Weges ausgewechselt. «So sind die Platten den Temperaturschwankungen nicht mehr so sehr ausgesetzt», sagt Nik Alge. Zwischen den Gräbern werden zusätzlich Kieswege angelegt. Weiter wird die Rampe, die zum oberen Teil des Friedhofs führt, neu gebaut. Sie wird mit einem vierprozentigen Gefälle flacher als die heutige sein.

Die Kindergräber auf dem unten liegenden Feld werden neu auf der oberen Wiese angelegt. Die Grabesruhe der bestehenden Gräber ist abgelaufen, sie werden nicht verlegt. Die Engelsfigur zügelt und wird zwischen zwei Rondelle platziert, die von Hecken und Sträuchern umrahmt sind. Der Urnenhof wird ebenfalls neu gestaltet und mit einem Weg vom Hauptweg aus erschlossen. Eine Erweiterung der anonymen Gräber bei der Stele würde die Symetrie zerstören, deshalb wird auf der oberen Wiese für anonyme Bestattungen ein Platz als «Ährenfeld» markiert, das mit hoch wachsenden Gräsern ein biblisches Symbol für die Auferstehung darstellt.

Die Kosten für Sanierung und Erneuerung des Friedhofs sind Teil des Budgets 2018.

 


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