Alpha Rheintal kauft Volksbank

ST.MARGRETHEN ⋅ Die Alpha Rheintal Bank kauft die Volksbank in St.Margrethen und hat vor, ihren Standort in dieser Gemeinde vom Bahnhofsplatz an die Staatsstrasse zu verlegen. Die Übernahme der Aktien soll per Ende Februar erfolgen.
06. Dezember 2017, 05:22
Gert Bruderer

Gert Bruderer

Dass die Vorarlberger Volksbank ihre Niederlassung in St.Margrethen abstossen möchte, ist schon länger bekannt. Ende November teilte sie mit, der Verkauf stehe unmittelbar bevor. Am Dienstagabend wurde nun mitgeteilt, dass die Alpha Rheintal Bank als Käuferin auftritt.

Die Alpha Rheintal Bank sei nicht von sich aus auf die Volksbank zugegangen, sondern sei von dieser im Rahmen einer Ausschreibung eingeladen worden, eine Kaufofferte zu unterbreiten. Dies sagt Stefan Frei, der Geschäftsleitungsvorsitzende der Alpha Rheintal Bank.

Marktgebiet nach Norden erweitern

Dem Angebot der Alpha Rheintal Bank, die sechs Geschäfts­stellen betreibt und ihren Hauptsitz in Berneck hat, war eine umfassende betriebswirtschaftliche Prüfung vorausgegangen. Durchgeführt hat diese Prüfung eine von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht anerkannte Prüfgesellschaft.

Der Alpha Rheintal Bank ­ermöglicht der Volksbank-Kauf die nahtlose Erweiterung ihres Marktgebietes in Richtung Bodensee. Sowohl die Alpha Rheintal Bank als auch die Volksbank in St.Margrethen sind im ­gleichen geografischen Markt ­tätig und betreuen vergleichbare Kunden. «Langfristig kann die Alpha Rheintal Bank mit dem Ausbau der Kundenbasis ihre Erträge steigern», heisst es in einer Medienmitteilung. Für die Käuferin ist es von Vorteil, dass die Volksbank mit dem gleichen Anwendungsprogramm (finnova) arbeitet, was die technische Integration der Kundendaten und Produkte vereinfacht.

Zudem werden mögliche Synergien bei Sachaufwendungen sowie im Personalbereich ins Feld geführt. Nachdem die Kauf­erklärung am Dienstagabend unterzeichnet worden ist, bereiten nun die Verantwortlichen der Alpha Rheintal Bank die Übernahme und Integration der Volksbank vor.

Der Aktienkauf ist auf Ende Februar festgelegt, die Fusion auf Ende Juni, wobei sie rückwirkend per 1. Januar gelten wird. Die Zusammenführung soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Bank zieht an neuen Standort

Für die Alpha Rheintal Bank spielt noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: Das erst etwa zehnjährige Gebäude der Volksbank in St.Margrethen stelle «eine interessante Option» dar, heisst es in der Medienmitteilung. Stefan Frei sagt, das eigene Bankgebäude am Bahnhofplatz sei «in die Jahre gekommen». Beim Volksbank-Gebäude handle es sich hingegen um eine «gute, neu konzipierte Bank» an sehr guter Lage – direkt an der Staatsstrasse und nahe beim Bahnhof. Die Alpha Rheintal Bank hat deshalb vor, in Zukunft den neuen St.Margrether Standort an der Staatsstrasse zu nutzen.

Umzug innerhalb eines Jahres

Der Umzug hierher dürfte innerhalb eines Jahres geschehen. Das Grundstück am Bahnhofplatz, das 4200 Quadratmeter umfasst, gedenkt die Alpha Rheintal Bank zu behalten; ein Verkauf sei jedenfalls nicht geplant, sagt Stefan Frei.

Für Volksbank eine Strukturbereinigung

Für die Volksbank bedeutet der Verkauf ihrer Bank in St.Mar­grethen eine «Strukturbereinigung», wie es in der Medienmitteilung heisst. Im letzten Jahr schrieb die Volksbank Schlagzeilen, weil ein Betrugsfall bei der Schweizer Volksbank AG den Gewinn wegfrass.

In der Schweiz ist die Volksbank ausser in St.Margrethen nur noch in Basel mit einer ­kleinen Niederlassung und drei Mitarbeitern vertreten. Jene ­Geschäftsstelle wird durch die Volksbank fortgeführt.

Der Geschäftsbericht der Volksbank weist für die Schweiz eine Bilanzsumme in der Grössenordnung von 140 Mio. Franken aus. In St.Margrethen sind 22 Mitarbeitende tätig. Dem steht eine Bilanzsumme der Alpha Rheintal Bank von 2045 Mio. Franken gegenüber. Der Personalbestand der Alpha Rheintal Bank ist mit 88 Mitarbeitenden exakt viermal so gross wie jener der Volksbank in St.Margrethen.

 


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