BSG gibt Finalqualifikation aus der Hand

25:25 (14:9) trennen sich BSG Vorderland und KJS Schaffhausen im Halbfinal-Rückspiel der Aufstiegsrunde in die 1. Liga. Die Munotstädter erreichen mit dem Gesamtskore von 54:50 den Final. Dabei waren die Vorderländer lange auf Siegkurs. Vorderland – Schaffhausen 25:25 (14:9) Gesamtskore: 50:54
13. April 2015, 02:36
YVES SOLENTHALER

HANDBALL. Zehn Minuten vor Schluss führten die Häädler in ihrem Heimspiel in Rheineck mit 22:14 – vier Tore Rückstand aus dem Hinspiel waren in vier Treffer Vorsprung umgewandelt. Es schien keine Frage mehr zu sein, ob sich die BSG für den Final um den 1.-Liga-Aufstieg qualifiziert.

Ein Drama in zehn Minuten

Doch dann bekamen die Spieler von Trainer Jules Judas zittrige Hände. «Wir gaben plötzlich die Mitte frei», sagt Trainer Jules Judas. Seinen Spielern konnte er «keinen Vorwurf machen», es war nicht so, dass der Schlendrian Einzug gehalten hätte. Es waren die Nerven, die der Belastung nicht mehr standhielten. «Wir hätten nur weiterspielen sollen wie bisher», sagte der lange überragende Ramon Schwinn, der beim 23:17 das letzte Tor erzielt hat, bevor die Vorderländer einbrachen. Wenig später hiess es nur noch 23:21. «Wir hatten wohl Angst davor, noch eingeholt zu werden.»

«Angst essen Seele auf», ist ein Melodrama von Rainer Werner Fassbinder. Wer Angst vor dem Scheitern hat, wird mit grösserer Wahrscheinlichkeit von diesem ereilt. Und genau so ging es den Vorderländern: Die Sicherheit war verflogen. Der Flow, dem die Gastgeber vorher sehr nahe kamen, war nun der Antrieb des Schaffhauser Spiels. Zwar konnten die Gastgeber noch einmal mit drei Toren in Führung gehen. Aber als die Gäste etwa zweieinhalb Minuten vor Schluss auf 22:24 verkürzten, war der Halbfinal eigentlich entschieden. Am Schluss entglitt der BSG gar noch der Tagessieg; mit einem Siebenmeter gelang den Schaffhausern Sekunden vor Schluss der 25:25-Ausgleich – was nicht mehr relevant war.

«Das Ausscheiden ist auch ärgerlich, weil wir die bessere Mannschaft gewesen sind», sagt Trainer Judas. Die Gäste hatten aber ein paar überragende Individualisten, die den Unterschied ausmachten. Im Hinspiel hatte sich Judas noch über die Schiedsrichter geärgert. Das erfahrenere Duo in Rheineck habe das Spiel aber gut geleitet: «Wir hätten es selbst in der Hand gehabt, die Entscheidung zu bewerkstelligen.»

Das schafften die Häädler aber nicht: Wie im Vorjahr war der Halbfinal der Aufstiegsspiele Endstation für sie. Diesmal waren sie gar als Gruppensieger angetreten. Die Truppe, die Judas vor fünf Jahren im Tabellenkeller der 2. Liga übernommen hatte, hat sich als Spitzenteam etabliert. Und das Team bleibt bis auf den zurücktretenden Dominik Fankhauser zusammen.

Trainer wechselt zu den Frauen

So sagt Judas bei aller Enttäuschung: «Wir versuchen es nächstes Jahr nochmals, den Aufstieg zu schaffen – dann aber ohne mich.» Er übernimmt das Vorderländer Frauenteam von Stefan Rothenberger, das ebenfalls in der 2. Liga spielt. Die BSG-Männer werden ab nächster Saison von Remo Wild trainiert. Der momentan verletzte frühere 1.-Liga-Spieler war am Samstag schon als Assistenztrainer im Einsatz. Weil Wild weiterhin spielen wird, bekommt er in der Person von Uwe Jungclaus einen erfahrenen Coach zur Seite gestellt.

Die Zukunft der BSG Vorderland ist also gesichert. «Der Verein ist sehr gut aufgestellt», sagt Judas.

Es war ein rosiger Blick in die Zukunft, der am Samstag freilich nur wenig Raum hatte. Das Hauptthema war der pechschwarze Abend in Rheineck.

HALBFINAL-RÜCKSPIEL 2./1. LIGA

Kugelwis, Rheineck – 220 Zuschauer – SR: Holl/Lachnit.

Torfolge: 2:0, 2:3, 4:5, 6:5, 11:7, 12:8, 14:9; 17:10, 17:12, 20:12, 22:14, 23:17, 23:21, 25:23, 25:25.

Vorderland: B. Rothenberger; Bernet (7 Tore), Povataj (4), R. Schwinn (4), Küng (3), L. Rothenberger (3), Näf (2), D. Schwinn (2), Bänziger, Fankhauser, Fejzaj, Herzig, Notter.


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