2018 bleibt mehr im Portemonnaie

ALTSTÄTTEN ⋅ Weniger Steuern zahlen am schönsten Wohnort im Rheintal: Das können die Altstätter, nachdem sie an der Budgetbürgerversammlung der Steuerfusssenkung von 145 % auf noch 139 % zugestimmt haben.
02. Dezember 2017, 09:04
Max Tinner

Max Tinner

Die Bürgerversammlung der Stadt Altstätten hat am Donnerstag der Senkung des Steuerfusses von heuer 145 % auf noch 139 % im Jahr 2018 zugestimmt. Einstimmig – was man auch hat erwarten dürfen. Allerdings bei einer geringen Beteiligung: Nur 132 von insgesamt 6916 Stimmberechtigten sind an die Versammlung gekommen.

Stadtpräsident Ruedi Mattle veranschaulichte Altstättens finanzpolitische Wetterlage auf der Leinwand: Es klart auf, die Sonne kommt raus. Mit einem Steuerfuss von 139 % gebe die Stadt im kantonalen Vergleich das Schlusslicht ab. Zur Erinnerung: Im Jahr 2006 schickte die Stadt den Altstätterinnen und Altstättern noch Steuerrechnungen, die auf einem Steuerfuss von 162 % beruhten. An Balgach, mit dem man oft verglichen werde, werde man zwar weiterhin nicht herankommen, gab Mattle zu. Man müsse aber auch sehen, was Altstätten alles biete: «Zum Wohnen ist Altstätten die attraktivste Gemeinde im Rheintal», meinte er.

Mattle rechnete auch für verschiedene Einkommen vor, was die Steuerfusssenkungen der letzten Jahre für den Steuerzahler bedeuten. Dabei verglich er den nächstjährigen Steuerfuss mit jenem von 2014. Damals lag er noch bei 153 %. So würden jemandem mit einem Bruttoeinkommen von 80000 Franken nächstes Jahr 225 Franken mehr im Portemonnaie bleiben als noch vor vier Jahren. Bei höheren Einkommen schenkt es mehr ein, allerdings – wegen der Progression – auch bei deutlich höherem Steuerbetrag.

Einstimmig gutgeheissen wurden auch die Budgets der Stadt und ihrer Betriebe. Hinsichtlich des Steuerfusses für die Grundsteuer wies Mattle vor der Abstimmung auf einen Fehler im Budgetbericht hin: Dieser beträgt weiterhin 0,8 ‰ und nicht wie abgedruckt 0,08 ‰.

In der allgemeinen Umfrage bedauerte Alt-Stadtrat Jakob Bu­schor, dass die Reburg nicht mehr für Trauungen zur Verfügung steht. Er fand das frühere Trauzimmer dort sehr stimmungsvoll. Der Raum sei für grössere Gruppen oft zu klein gewesen, begründete Ruedi Mattle den Wechsel zum Saal des «Frauenhofs». Dort kämen sich auch Traugäste und die Bibliotheksbenutzer nicht mehr in die Quere.

Weiter fragte Buschor, wie es um den Verkauf des Balmerhauses stehe. – Offenbar ist die Stadt hier mittlerweile weiter. Details wollte Ruedi Mattle aber noch nicht bekannt geben. Man werde nächstens via Medienmitteilung informieren, kündigte er an.
 

Altersheim Forst leert sich

Auch zur Zukunft der Liegenschaft Altersheim Forst wollte Jakob Buschor Auskunft. Dieses will die Stadt bekanntlich schliessen; etwa März 2019, eventuell früher, hatte der Stadtpräsident zuvor gesagt. Es hätten auch schon viele Bewohner ein neues Heim gefunden. Das habe zum einen aber auch zur Folge, dass der Ertrag rascher sinke als der Aufwand. Das Ungleichgewicht werde über eine Ausgleichsreserve gedeckt. Zum anderen sei die Situation des sich leerenden Heims sowohl für Bewohner als auch für Mitarbeitende belastend. Man tue was immer möglich, um eine wohlige Atmosphäre zu bieten, bis auch für die letzten Bewohner eine Lösung gefunden sei, versicherte Mattle. Bezüglich der Liegenschaft sei man im Gespräch mit potenziellen Investoren. Die Nutzungsmöglichkeiten seien allerdings beschränkt, weil die Liegenschaft in der Zone für öffentliche Bauten liege und nicht werde umgezont werden können. Mattle bekräftigte aber, was er schon früher versprochen hatte, nämlich dass es im «Forst» kein Asylzentrum geben werde.

Für jene Asylbewerber, die heuer den Wanderweg dem Tobelbach entlang gegen den Oberstall hinauf instand gestellt haben, gab es aber auch Lob und Dank: «Die mussten dort wirklich buckeln», meinte die frühere CVP-Ortsparteipräsidentin Trudi Stieger. Sie regte an, mit solchen arbeitswilligen Asylsuchenden auch den abgerutschten Wanderweg Ebenacker-Weidist instandzustellen.


Leserkommentare

Anzeige: