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Tagblatt Online, 18. Juli 2012, 06:34 Uhr

Walzen-Ballett auf der Autobahn

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Auch in der Nacht voller Einsatz mit Mann und Maschine: Letzte Woche ist der Belag beim Autobahnanschluss Sargans eingebaut worden. (Bild: Bilder: Jerry Gadient)

Bis zu 190 Arbeiter und Dutzende von Maschinen und Lastwagen: Die Totalerneuerung des Autobahnabschnitts rund um die Verzweigung Sarganserland ist eine logistische Meisterleistung. In einem Monat wird das erste Teilstück eingeweiht.

JERRY GADIENT

SARGANS. «310 000 Tonnen Asphalt werden für die 15 Kilometer Autobahn noch benötigt, die letzten 125 000 Tonnen in diesem Jahr», sagt Dirk Stihl von der Filiale Winterthur des Bundesamts für Strassen (Astra). Bei der gestrigen Baustellen-Besichtigung standen inklusive der Baustelle «Anschluss Bad Ragaz» 156 Arbeiter und Dutzende von Maschinen und Lastwagen im Einsatz – von Hektik aber keine Spur.

Ende Oktober ganz fertig

Bis spätestens Ende Oktober werden die insgesamt 15 Kilometer Strasse samt 35 Kunstbauten fertig gebaut sein und der Verkehr dann wieder ungehindert durchs Sarganserland fliessen. Beim Abschnitt Bad Ragaz bis Verzweigung rechnet man allerdings damit, diesen schon am 20. August dem Verkehr übergeben zu können – sofern das Wetter in den nächsten Wochen nicht Kapriolen schlägt.

Kurz darauf – in der ersten Septemberwoche – werden gemäss heutigem Fahrplan mit dem Abschnitt Verzweigung bis Trübbach die zweiten fünf Kilometer Autobahn fertig erneuert sein. Dann verbleiben noch die fünf Kilometer zwischen der Verzweigung und Heiligkreuz – hier stellt sich mit der zweiten Zwillingsbrücke über der Stadtergasse und der SBB-Linie zwischen Sargans und Mels auch zeitlich die grösste Herausforderung für die Arbeitsgemeinschaft Pizol, die im Auftrag des Bundesamtes für Strassen die Baumeisterarbeiten ausführt.

Entscheid um fünf Uhr früh

Der Einbau des Belags auf der Autobahn A3/A13 erfordert logistische Meisterleistungen. «Morgens um fünf Uhr wird aufgrund der Wetteraussichten entschieden, ob wir mit den Belagsarbeiten fortfahren können», erläutert René Köppel. Auf den Bescheid warten rund 70 Leute – «wenn sie das Okay erhalten, wird aus allen Himmelsrichtungen Material herangefahren», sagt der Technische Leiter der Arbeitsgemeinschaft Pizol.

Im dritten Jahr ist die von acht Unternehmen gegründete Arbeitsgemeinschaft mit den Erneuerungsarbeiten der A3/A13 rund um die Verzweigung Sarganserland beschäftigt. Und schon bald wird zum Schlussspurt angesetzt – bis im Oktober werden die 15 Kilometer Strasse fertig gebaut sein.

Erst dreimal ausgesetzt

Bis dahin hofft man auf möglichst gutes Wetter – kündigen die Prognosen Regen an, müssen die Belagsarbeiten ruhen. Oder sie werden unterbrochen, falls ein unverhoffter Regenguss kommt. Das war in diesem Jahr erst drei- mal der Fall. Ansonsten aber kann täglich auf einer Strecke von 1,4 Kilometern der Belag eingebracht werden. Der Vorgang wiederholt sich auf jedem Meter viermal – die Fahrbahn besteht aus den vier Komponenten Kaltmischfundation, Tragschicht, Binder und Deckbelag.



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