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Tagblatt Online, 18. Juni 2012, 06:47 Uhr

Ständeräte gegen Kondukteur-Abbau

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SBB-Kondukteure leisten wichtigen Kundenservice – auch im Rheintal. (Bild: ky/Gaetan Bally)

Die St. Galler Ständeräte Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner intervenieren bei den SBB. Die ab 2013 geplante Abschaffung der Kondukteure im Rheintalexpress sei ein Sicherheitsrisiko.

TOBIAS GAFAFER

Das Duo Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner wird zum zweitenmal für die Bahn aktiv. Nach der Lancierung des Ausbauprojekts «Bahn-Y» wehren sich die St. Galler Ständeräte gegen die geplante Abschaffung der Kondukteure im Rheintalexpress von St. Gallen nach Chur ab Dezember 2013. «Wir sind sehr besorgt», heisst es in einem Brief an SBB-Chef Andreas Meyer und Peter Füglistaler, Chef des Bundesamts für Verkehr. Das Rheintal gehöre sicherheitsmässig zu den kritischen Strecken. Die Abschaffung würde nicht nur das Sicherheitsgefühl der Passagiere tangieren, «sondern auch zu einer neuen Hemmschwelle für die Benützung des öffentlichen Verkehrs führen», heisst im Brief, der unserer Zeitung vorliegt, weiter. Sporadische Kontrollen der Bahnpolizei und technische Mittel wie Videoüberwachung könnten das Zugspersonal nicht ersetzen.

Serviceabbau in der Kritik

Die Ständeräte warnen zudem vor einem Serviceabbau. «Der Rheintalexpress ist faktisch ein Interregio-Zug.» Auf dem gesamten SBB-Netz gebe es keine vergleichbare Fernverkehrsverbindung, die unbegleitet geführt werde. Die Abschaffung der Kondukteure vernichte beim Kundenservice einen grossen Teil des Fortschritts, der durch den Einsatz von neuen Zügen erzielt werde. Tatsächlich sollen ab 2013 auf der Rheintalstrecke schnelle Doppelstocktriebzüge von Stadler zum Einsatz kommen, dank denen die Fahrzeit reduziert wird.

Heikler Entscheid für SBB

Die Reaktion der SBB-Spitze steht noch aus, da die Ständeräte den Brief erst am Freitag versandt haben. Klar ist, dass es sich um einen heiklen Entscheid handelt. Geben die SBB im Rheintal nach, schaffen sie einen Präzedenzfall. Denn sie wollen auch auf weiteren Strecken wie Bern–Biel und Bern–Olten die Kondukteure abschaffen. Diese Strecken sind allerdings deutlich kürzer als die Rheintallinie. Die SBB führen den Abbau auf steigende Kosten zurück.



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Leser-Kommentare:
3 Beiträge
ith.eduard (20. Juni 2012, 08:31)
Den Tag nicht vor dem Abend loben.

Zweifelsohne der gemeinsame Auftritt der beiden st. galler Ständeräte war medienwirksam gelungen. Ein wichtiges Handwerk, das erfolgreiche Politiker beherrschen. Nur damit ist noch gar nichts gewonnen! Sehen wir doch dann genau hin, wenn es im Stöckli um das Eingemachte geht, sprich das Geld für den ÖV, u.A. eben auch die SBB. Lehrte uns nicht die Vergangenheit, dass die Walliser in Bundesbern praktisch alles abholen, weil sie für ihre Region geschlossen auftreten, während die Ostschweizer Politiker, sich lieber nach der Parteifahne, bzw. deren Obrigkeit richten?

Also erst mal das Endergebnis abwarten und dann Blumensträusse verteilen.

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unbekannt (18. Juni 2012, 11:24)
Ostwind-Express!

Unsere Ständeräte können gleich weitermachen und bei SBB und BAV nochmals vorsprechen. Sicher sind wir froh über die Erweiterungen in der S-Bahn 2013. Die Fahrtzeit für die knapp 90 Kilometer St. Gallen Zürich ist immer noch zu lang. Wir brauchen einen Ostwind-Express für Pendler, die nicht nach Zürich umziehen wollen. Am Morgen und am Abend je eine Verbindung mit unter einer Stunde Fahrzeit.

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christoph (17. Juni 2012, 20:31)
super Zusammenarbeit

Die Bürgerlichen werden sicher staunen wie unsere zwei Ständeräte zusammenarbeiten und das Parteibuch zum Wohle unseres Kantons auf der Seite lassen. Sie zeigen auf was der Ständerat sein soll. Ein Rat für die Interesse des Kantons.

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