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Tagblatt Online, 18. Juni 2012, 05:08 Uhr

EXPONIERT

Fürsprecher der Natur

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Martin Zimmermann setzt sich beim WWF seit 25 Jahren für die Flora und Fauna der Ostschweiz ein. (Bild: Ralph Ribi)


In seiner Freizeit spielt er Golf für Grüne: Dies bedeutet für Martin Zimmermann, Geschäftsleiter der WWF Sektion St. Gallen und Appenzell, die Pflege seines heissgeliebten Gemüsegartens. Aber er ist nicht nur in seinem üppigen Garten zu finden. Mit einem zusammenfaltbaren Boot befährt er in seiner knappen Freizeit Seen und Flüsse. Deshalb ist für den 55jährigen Naturburschen der Winter eher eine schwierige Zeit. «Ich fühle mich in der Natur einfach am wohlsten und verbringe meine Freizeit am liebsten draussen», sagt Martin Zimmermann.

Eine Herzensangelegenheit

Der engagierte St. Galler ist seit kurzem der neue Geschäftsführer der beiden organisatorisch eigenständigen WWF-Sektionen St. Gallen und Appenzell. «Wir arbeiten schon längere Zeit zusammen und können durch die gemeinsame Geschäftsführung Synergien nutzen und uns spezifischer auf die Region konzentrieren», sagt Zimmermann. Die grösste Artenvielfalt von Wildtieren und -pflanzen habe es in der Region zwischen den Churfirsten und dem Alpstein sowie zwischen Toggenburg, Werdenberg und Sargans. «Wir fokussieren unsere Arbeit auf die hier lebenden Arten wie Luchs oder Auerhuhn und ihren Lebensraum». Sich für die Umwelt der Region einzusetzen sei schon seit langem eine Herzensangelegenheit für den besonnen wirkenden Familienvater. Dies bekommt man zu spüren, wenn der Umweltschützer über seine Projekte beim WWF berichtet. Die Geschichten über Erfolgserlebnisse und spannende Begegnungen, aber auch über die Hürden, die überwunden werden mussten, sprudeln nur so aus ihm heraus. «Am schönsten finde ich Projekte, wie die Wiederansiedlung des Bartgeiers, bei denen man direkt den Erfolg sieht.» Der Vater von drei Töchtern ist zudem überzeugt von Einsätzen, bei denen der WWF direkt mit Menschen in Kontakt steht. Deshalb seien auch die Schulbesuche für ihn immer etwas Besonderes. Begeistert schaut er auf das vergangene Jahr zurück: Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom WWF besuchten rund 200 Schulen und zeigten den Kindern Felle und Schädel von heimischen Wildtieren.

Aber Zimmermann belässt es nicht dabei, anderen die Natur näherzubringen. «Ich versuche, so gut es geht, im Einklang mit der Natur zu leben und diese Einstellung mit meiner Familie zu teilen.» Er verköstige Kinder und Ehefrau oft mit Gemüse aus dem Garten. «Zum Glück sind meine Töchter keine <Fleischtiger>. So findet das Gemüse in meiner Familie dankbare Abnehmer», sagt Zimmermann mit einem breiten Lachen. Auch ihn hätten Kindheitserlebnisse der Natur nähergebracht. Seine Begeisterung für Tiere und Pflanzen habe er schon früh auf Waldspaziergängen mit seinem Vater entwickelt.

Von der Politik zum WWF

Als Kind wollte der in Herisau aufgewachsene Martin Zimmermann «unbedingt Förster» werden, entschied sich aber doch für eine KV-Ausbildung. Danach war er lange Zeit Geschäftsführer des Landesrings der Unabhängigen. «Während meiner Tätigkeit in der Partei spürte ich, dass mir die Bearbeitung von Umweltschutzthemen am meisten Freude bereitete». Seit dem Wechsel vor 25 Jahren zur Nonprofitorganisation WWF kann sich der Gartenliebhaber mit ganzer Kraft für die Flora und Fauna der Ostschweiz einsetzten. Christoph Renn



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