Tagblatt Online, 16. März 2011 06:35:00
Neues Land für Senioren-WG
Grundstück an der Bedastrasse: Der Verein «Wohnen im Alter» plant, hier Mietwohnungen zu realisieren. (Bild: Bild: Urs Bucher)
Keine betreute Wohnung, kein Altersheim: Für den Gossauer Verein «Wohnen im Alter» sind Hausgemeinschaften alternative Wohnformen. Möglich wären Wohnungen an der Bedastrasse.
rita bolt
Der Verein «Wohnen im Alter» hatte für seine Hausgemeinschaften bereits ein passendes Grundstück ins Auge gefasst: Die Liegenschaft hinter dem Feuerwehrdepot an der Friedeggstrasse 7. Dort steht ein abbruchreifes Dreifamilienhaus mit Umschwung. Zentral gelegen und doch etwas abseits der stark befahrenen St. Gallerstrasse. Das Grundstück gehört der Stadt Gossau. Aus den Plänen an der Friedeggstrasse wurde aber nichts: Der Stadtrat hat dem Verein eine Absage erteilt. Das Haus sei für andere Zwecke vorgesehen. Und er hat dem Verein ein neues Grundstück angeboten: Jenes im Büel an der Bedastrasse, neben dem Blasmusikcenter Dopple.
20 Mietwohnungen
Die Fläche des Grundstücks beträgt 4253 Quadratmeter. «Es ist zu gross für unsere Bedürfnisse», sagt Heinz Loretini, Präsident des Vereins. Dieser plant, etwa 20 Wohnungen zu realisieren und zwar in zwei Gebäuden, die miteinander verbunden sind. Und die mit Mehrzweckräumen ausgestattet sind. Die Überbauung dürfe nicht zu gross sein, denn sonst sei die Idee von Hausgemeinschaften nicht mehr gegeben. «Nachbarschaftshilfe» heisse das Zauberwort für den Verein «Wohnen im Alter», damit die Hausgemeinschaften funktionierten. Die Menschen werden immer älter, wollen immer länger zu Hause bleiben. Und in Hausgemeinschaften würden Frauen und Männer zusammen alt. Denn die Mitglieder des Vereins wollen, wenn sie noch zwäg, aktiv und mitten im Leben stehen, in diese einziehen. «Es sollen Frauen und Männer ab etwa 55 Jahren sein», sagt Heinz Loretini.
Es gebe schon einige Interessenten. Auch Loretini könne sich vorstellen, in eine solche Wohnung zu ziehen. Der Verein bietet damit eine andere Wohnform für Senioren an als die Stadt Gossau, die das Seniorenwohnen mit Pflege und Betreuung neu aufgleist und nun die Grundlagen für eine gemeinnützige Aktiengesellschaft erarbeitet.
Nachbarschaftshilfe ist zentral
Die 20 geplanten Wohnungen können nur gemietet werden. Sie sollen zwischen zweieinhalb- und viereinhalb Zimmern gross sein und keinen speziellen Komfort aufweisen. «Ganz normale Wohnungen eben», sagt Loretini. Denn sie sollen für alle erschwinglich sein. Eine Garten- oder Hofanlage soll den Gedanken der Gemeinschaft unterstützen. Und vorgesehen sind Gemeinschaftsräume: Ein Aufenthaltsraum, Werk- oder Bastelräume und ein Gästezimmer, das alle Mieter beanspruchen können. Trotz Gemeinschaftsräumen könne aber jeder Bewohner selber entscheiden, wann er sich zurückziehen oder wann er gemeinsam mit anderen etwas unternehmen wolle. Denn das Ziel ist es, dass der Verein Aktivitäten begleitet, unterstützt oder initiiert.
Der Verein wird aber – wenn immer möglich – nicht als Bauherr auftreten, sondern das Bauvorhaben federführend begleiten. Gespräche mit einem potenziellen Partner würden geführt, noch sei aber nichts definitiv.
Lärmschutz bauen?
Derzeit klärt der Architekt die Machbarkeit der beiden Mehrfamilienhäuser auf dem Grundstück Büel ab. Abgeklärt wird zudem, ob ein Lärmschutz erstellt werden muss, weil das Grundstück an die SBB-Bahnlinie grenzt. Ebenfalls offen ist, ob noch weitere Häuser auf diesem Grundstück entstehen werden.
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